1:1 im Südstadion – Es hätte auch andersrum ausgehen können

Schade, für einen Sieg hat es nicht gereicht. Aber Siege von RWE sind im Kölner Südstadion eh die Ausnahme.

Beide Trainer erwarteten ein Spiel auf Augenhöhe. Damit sollten sie recht behalten.

Von Beginn an entwickelte sich ein echtes Kampfspiel. Mit leichten Vorteilen für den Gastgeber.

Auffällig, die Spielanlagen beider Teams ähnelten sich. Weite Einwürfe oder Diagonalbälle, taktische Waffen, die ich bisher in der Häufigkeit nur bei unserem Team wahrgenommen habe.

Gefährlich wurde es zunächst vor keinem Tor. Die Neidhart-Elf verlegte sich auf Konter, die ansatzweise erfolgversprechend vorgetragen wurden. Noch aber fehlte die Präzision.

Bis zur 18. Minute.
Kefkir wechselte auf die rechte Angriffsseite, um einen Einwurf auszuführen. Diesmal kurz auf Plecharty. Dessen Flanke erreichte den Kopf von Engelmann. Ein leichtes Nickerchen und schon zappelte der Ball im Gehäuse der Gastgeber. Unnachahmlich!

Zwei Minuten später fast das 2:0. Oguzhan Kefkir bewies viel Ballgefühl, verarbeitete mustergültig einen weiten Pass. Seine scharfe Hereingabe touchierte eher ungewollt die Latte.

Ungewollt auch das Fast-Eigentor vom körperlich überragenden Ex-Oberhausener, Löhden. Ersaatzkeeper Velichow verhinderte Schlimmeres.

Fortuna Köln schien ratlos. Essen stand hinten gut, störte und zerstörte das Aufbauspiel der Südstädter.

Schmunzeln musste ich, als Engelmann, Grote und Backzat einen Konter vortrugen. Fast 100 Jahre waren da in Bewegung. Otto Rehagel hätte seine helle Freude gehabt, auch wenn Felix Backzat insgesamt eher blass blieb. Kann es vielleicht daran liegen, dass er nicht auf seiner „Lieblingspositon“ eingesetzt wurde? Nur ne Frage!

Mit einer völlig verdienten, aber zu knappen Führung ging es in die Kabinen.

Nach dem Wiederanpfiff des ausgezeichnet leitenden Schiedsrichter Lars Bramkmamp änderte sich das Spielgeschehen.


Wie schon in Bonn beobachtet, versuchte der Gegner Druck aufzubauen, höher zu pressen und Essen zu Fehlern zu zwingen.

Hier zeigte sich, bei allem Respekt vor dem Bonner SC, dass die Fortunen aus Köln eine andere Hausnummer sind.

Zunächst prüfte Salman Essens Nummer Eins. Davari gewann dieses Duell.

Gegen den mächtigen Schuss aus gut 20 Metern von Brandenburger war er dagegen machtlos.

Auch 300 Fortunen Fans können jubeln. Unüberhörbar!

Rot-Weiss wirkte in den folgenden Minuten ungeordnet. Entlastungsangriffe versandeten erfolglos. Erneut sorgte Löhden für Aufregung. Diesmal jedoch mit einem Kopfball, den Davari glänzend parierte.

Doch auch der Essener Keeper zeigte Nerven. Ein Abwurf landete unbedrängt ins Aus. Amara Condés Fehler in der Vorwärtsbewegung blieb zum Glück aus Essener Sicht ohne Folgen.

Langsam fanden die Gäste zurück ins Spiel. Felix Backzat verpasste denkbar knapp.

Christian „The Rock“ Neidhart schickte Neuzugang Isaiah Young für den Ex-Rödinghauser auf den Platz.

Ein wenig übermotiviert streckte der Tempobolzer Kölns Keeper mit einem Schlag ins Gesicht ungewollt nieder.

In weiteren Szenen deutete Young an, dass er RWE weiterhelfen kann. Potential scheint er jedenfalls zu besitzen.

Engelmann hatte den Führungstreffer auf den Fuß, aber ebenso hätte Uzelac die Fortunen in Führung bringen können.

Die Zweikämpfe wurden nach wie vor verbissen, aber fair geführt. Auch das deutet auf vorhandene Qualität der Akteure hin.

Letztendlich blieb es beim gerechten Unentschieden, aus meiner wie immer neutralen Sicht, mit leichten Punktvorteilen für „unser“ Team. Es hätte aber auch andersrum ausgehen können.

Langweilig war es keinesfalls. Ja, es war ein Spitzenspiel. Nur ganz so hochklassig, wie der an sich gute Reporter von Sporttotal.TV die Begegnung sah, bewerte ich die Darbietung nicht.

RWE hat gegen die vermeintlich schärfsten Kontrahenten bisher noch keinen Sieg einfahren können. Andererseits auch noch nicht verloren.

Es liegt im Auge des Betrachters, ob die Flasche halb voll oder halb leer ist.

Ich sag mal, wir sind ganz nah dran, und das wird bis zum Ende der Saison so bleiben. Wann immer die auch endet, enden muss.

Wenn die Sportliche Verantwortlichen angeblich schon nicht auf die Tabelle schauen, die Inzidenzwerte dürften sie im Blick haben. Der liegt derzeit bei 48,2. Bedeutet, gegen Preußen Münster dürften wieder nur 300 Fans im Stadion Essen mitfiebern und ihre Schwerter schwingen.

Wer weiß, es kommt ja öfter anders, als man denkt.

Bleibt Virenfrei!

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Das Dutzend ist voll – Na dann Prost!

Preußen ohne Gloria