Es wird weiter getestet

Was ist der Unterschied zwischen der Deutschen Bahn und Rot-Weiss Essen? Bei RWE ist der (Meisterschafts-) Zug wenigstens abgefahren.

Die Chancen, demnächst ernsthaft um den Aufstieg mitspielen zu können, sind – Stand heute – nicht besonders groß. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, glaubt man den Ausführungen von Vereinsboss Marcus Uhlig.  Dazu mehr an anderer Stelle.

Absolute Spitzenleistungen liefern dagegen die Rot-Weissen seit Jahren mit ihrer Sozialinitiative „Essener Chancen“ ab. Das Projekt hat zahlreiche prominente Unterstützer, und besitzt zudem mit Tani Capitain, einen herausragenden Geschäftsführer. Doch ohne den Einsatz solcher Menschen wie „Barde“ Sandy Sandgathe oder Bäckermeister Hermann Welp, würde man nur im Mittelfeld rumkrebsen. Welpinos italienische Gebäckmischung in der exclusiven Herzenswünsche-Box kostet 5€, von denen 2€ für die „Essener Chancen“ abgezweigt werden. Ein Genuss für jeden Gaumen. Selbst Politiker verzichten freiwillig auf Diäten.

Bäckerweltmeister Hermann Welp mit der süßen Verführung

Nach Verzehr des Hüftgoldes, machte ich mich bei sommerlichen Temperaturen per Rad auf den Weg Richtung Bezirkssportanlage Überruhr. Schätzungsweise weitere 300-350 Schaulustige zogen den Besuch dieses Testspieles. einer Sky-Bundesliga-Übertragung vor. Der Verein aus dem Südosten Essens, sicherte sich vor kurzem die Dienste von niemand Geringeren, als Ex-RWE-Kapitän Stefan Lorenz. Blau-Gelbs Gönner, Otmar Tautges, machte es möglich. Tautges? Ja, Otmar ist ein Cousin von mir. Geld ist in unserer Familie also reichlich vorhanden, nur halt falsch verteilt. 😊 Das sage ich mit einem Schmunzeln und ohne jegliche Neidgefühle.

Rot-Weiss war, wie nicht anders zu erwarten, das spielbestimmende, deutlich überlegende Team, ohne jedoch ein Feuerwerk zu entfachen. Überruhr zog sich klugerweise tief in die eigene Hälfte zurück. Tormöglichkeiten blieben trotzdem Mangelware. Schwach heute die sogenannten finalen Abspiele, Schüsse aus aussichtsreichen Positionen wurden verzogen oder geblockt. Blau-Gelb Überruhrs stämmiger Keeper bekam kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Eher schon RWE-Neuzugang Jonas Erwig-Drüppel. Der Ex-Wuppertaler bemühte sich redlich, war immer anspielbar, scheint vor allen Dingen konditionell voll im Soll zu sein. Trainer Neitzel gab ihm die vollen 90 Minuten Eingewöhnungszeit. Über die gesamte Spieldauer musste/durfte auch Innenverteidiger Timo Becker ran. Ansonsten wechselte der Übungsleiter kräftig durch. Wofür sonst sollen Vorbereitungsspiele gut sein? Naja, vielleicht auch, um verschiedene Spielsysteme auszuprobieren – und nicht zu unterschätzen -, um Selbstvertrauen zu tanken. Wobei das natürlich gegen einen zwei Klassen tiefer spielenden Gegner nur schwer zu erreichen ist.

Youngster Hirschberger dürfte das gelungen sein. Wie schon gegen Fortuna Köln, konnte sich der Mittelfeldmann in die Torschützenliste eintragen. Erwig-Drüppel belohnte seine insgesamt gute Leistung mit dem Treffer zum 2:0. Benjamin Baier erhöhte auf 3:0.  Überruhrs neuer Hoffnungsträger, Philipp Hollweg, verkürzte zum zwischenzeitlichen 1:3 aus Sicht der Gastgeber. Es ging munter weiter. Scepanik und zweimal Platzek (davon ein Foulelfmeter) sorgten für das standesgemäße Endergebnis.

Unter dem Strich war es eine nette Trainingseinheit, ein faires Spiel, ohne großen sportlichen Nutzen für Rot-Weiss oder besser schreibe ich, für mich. Erkenntnisse dürfte da schon eher Stefan Lorenz aus dem Vergleich ziehen können.

Egal, mehr war nicht zu erwarten und enttäuscht wurde auch niemand.

Wir lesen uns.

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