Eiskalt, nur nicht vor dem Tor

Aufgrund meiner Vergangenheit als Kolumnist für die Funke-Medien Gruppe, durfte ich heute den Hiwi für Lokalsport-Redakteur Ralf Wilhelm geben. Ein Traumjob, hatte nix zu tun. Als Belohnung war ich, anders als Normalsterbliche, live beim Testspiel gegen die U23 vom BVB zugegen. Belohnung? Bei dem Ergebnis (0:4) wohl eher nicht.

Trotzdem hat sich die Reise gelohnt. Alleine um zu erkennen, wie weit die Dortmunder den Rot-Weissen enteilt sind. Sportlich ist das seit Jahrzehnten so, klaro, aber schaut man sich deren Trainingsgelände oder nur den Mannschaftsbus des Erstligisten an, dann relativieren sich so Träume, mal wieder im Oberhaus mitzumischen. Keine Chance auf absehbare Zeit, soviel steht (für mich) fest!  

Dritte Liga, ja, das ist möglich. Vielleicht in zwei, drei Jahren. Nur nicht mit solchen Aussetzern, wie sich das Neitzel-Team heute in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit leistete.

Bis dahin lief der Ball auf dem gut bespielbaren Kunstrasen recht flüssig. Scepanik spielte rechts in der Vierer-Abwehrkette neben Zeiger, Urban und Heber. Kevin Grund durfte weiter vorne links ran. Nico Lucas und Timo Brauer übernahmen den defensiven Part, während Kapitän Benny Baier vorwiegend auf der rechten Mittelfeldposition zu finden war. Bichler und Harenbrock bildeten das Sturmduo.

Diese Akteure erspielten sich einige gute bis sehr gute Tormöglichkeiten. Kevin Grund und Benny Baier hatten davon die größten. Beide versuchten es mit Wucht und damit zu ungenau. Ungenau – wie schon gegen den Landesligisten Blau Gelb Überruhr – ebenfalls die letzten Pässe.  Die Zwote von Dortmund zeigte, wie Effektivität aussieht. Nach einem Abspielfehler vom an sich besten Essener, Lukas Scepanik, nutzten sie blitzschnell die Chance zum Führungstreffer. Ein Wirkungstreffer, denn die nächsten Minuten war es mit der Ordnung und Zuordnung im Spiel der Roten vorbei. Die Gegentore fielen viel zu leicht, fast ohne Gegenwehr. Oder aber durch ungeschicktes Zweikampfverhalten, wie kurz vor der Pause, als Philipp Zeiger einfach zu spät kam und anstelle des Balles, seinen Gegenspieler traf. Der Elfmeter durch Rizzo landete unhaltbar für Lenz zum 4:0 im Gehäuse der Gäste. Lenz tat mir irgendwie leid, denn obwohl er nichts dafürkonnte, die vier Gegentore stehen nun in seiner Statistik.

Gut, dass der Schiri zur Pause pfiff.

Auch für meine Knochen. Man kann auch ohne Alkohol steif werden. In diesem Zusammenhang muss ich mal großen Respekt für Reviersport-Reporter Stefan Loyda loswerden. Bei Eiseskälte füttert er handschuhlos unermüdlich auf seinem Handy den Liveticker, für die, aller Wahrscheinlichkeit nach. in warmen Stuben sitzenden Interessierten. Alle Achtung.

Mit Beginn der zweiten Spielzeit tauschte Kalle Neitzel erwartungsgemäß Personal aus. Raeder, Becker, Erwig-Drüppel, Wirtz und Cokkosan kamen für Lenz, Zeiger, Lucas, Bichler und Grund. Tolga Cokkosan´s Muskel hielt nicht lange. Loddar würde sagen, der Muskel hat zugemacht. Gerade acht Minuten dauerte seine Arbeitszeit. Es läuft einfach nicht bei den Ex-Bochumer. Remmo bekam eine Chance sich zu beweisen. Diesmal blieb er blass.

RWE war im zweiten Durchgang mehr als gleichwertig. Was fehlte, war die Ruhe und Abgeklärtheit vor dem gegnerischen Tor. Pröger und Platzek wurden schmerzlich vermisst. Kai kommt nicht mehr zurück. Wann „Platzo“ wieder fit wird, ist offen. Hoffentlich bald.

Den Ball immer im Blick, Scepanik

Scepanik unter dem Strich für mich bester Rot-Weisser. Stark auch, vor allen Dingen in Hälfte eins, Außenverteidiger Heber. Baier kampfstark, wie auch Timo Becker überzeugend. Neuzugang Erwig-Drüppel dagegen mit Licht und Schatten, wie das gesamte Team.

Was stimmte, war das kritische Statement von Trainer Neitzel. Gewohnt klare Kante. Aus der Kabine drangen deutliche Missbilligungslaute nach draußen. Doch wie jeder Trainer, hat er nicht nur Schlechtes gesehen. Ich im Übrigen auch nicht.  

Unstrittig ist und bleibt, es gibt noch ne Menge zu tun. Auch auf dem Transfermarkt. Meine Meinung.

Bis denne,

der Happo

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.