Generalprobe misslungen

Vor langer Zeit, da hieß es an der Hafenstraße: „Wer Rot-Weiss vertraut, der Kaugummi kaut“. Ich kaue immer noch, nur mein Vertrauen auf eine erfolgreiche Zeit für und mit RWE schwindet mehr und mehr. Das hat nun wirklich nichts mit der 0:1 Heimniederlage gegen die Regio-Südwest-Spitzenmannschaft, dem TSV Steinbach Haiger zu tun.

Oder doch?

Für mich war gerade dieses Testspiel beispielhaft für die „Misere“ der Rot-Weissen in den letzten Jahren.

Man zeigt phasenweise gefällige Kombinationen, erspielt sich einige Torchancen, versucht Druck auszuüben, ist meist auf Augenhöhe mit dem Gegner, um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen.

Steinbach – wer?

Die Frage hätte ich vor einigen Jahren nicht beantworten können. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass viele sogenannte Dorfvereine ohne Bammel an die Hafenstraße reisen, genau zu wissen scheinen, wie man beim Traditionsclub erfolgreich bestehen kann.

Das Team von Trainer Matthias Mink (nicht verwandt oder verschwägert mit RWE-Edelfan Rolf 😊) ist durchweg mit Viertliga-Spitzenspieler bestückt. Nicht von ungefähr besaßen sie die bessere, variablere Spielanlage. Ich hatte immer das Gefühl, sie könnten jederzeit noch eine Schüppe drauflegen. Okay, Gefühle können täuschen.

Der TSV Steinbach hat etwas, was RWE fehlt: Einen zahlungskräftigen Geldgeber, das Unternehmen SIBRE-Welt. Mit Bremstechnologie durchstarten. Die schöne, alte Fußball-Welt gibt es halt nicht mehr. Gibt es schon lange nicht mehr. Gab es die überhaupt oder mach ich, machen wir uns da was vor?

Einer, der diese Frage hundertprozentig beantworten könnte, lebt leider nicht mehr. Rudi Assauer. Mir liegt es fern, ihm einen Heiligenschein zu verpassen. Schließlich war er Schalker (sorry, kann nicht anders). Aber auch Dortmunder und Bremer, aber vor allen Dingen eine echte Type. Die Lobhuldigungen sind bekannt, wurden x-fach verkündet.  Mein Gradmesser lautet einfach, Herr Assauer hört, hörte sich irgendwie immer falsch an. Trotz seiner „gehobenen“ Position, er blieb und bleibt einfach der Rudi. Gibt es ein größeres Kompliment?

Zurück zu Rot-Weiss.

Noch eine Woche bis zum ersten Punktspiel anno 2019.

Im Umfeld herrscht keinerlei Euphorie.  Auch bei mir nicht. Skepsis ist angesagt.

Vielleicht liegt genau darin die Chance, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Die Erwartungen sind niedrig, umso leichter ist es, positiv zu überraschen.

Kein Fan wird sich dagegen wehren. Lasset die Spiele beginnen!

Scroll Up