VERLierer

Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?  Wer nicht fragt bleibt dumm! Oder Du fragst den Grindel, dann bleibste auch dumm. Der antwortet halt nicht auf alle Fragen.

Für mich als RWE-Fan, ist das eigentlich egal. Wir spielen eh ganz andere Liga. Aber Fragen stelle ich mir auch, und zwar reichlich.

Z.B., warum tue ich mir sowas überhaupt an?

Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt.

Es gießt wie verrückt, eigentlich geht es um gar nix. Ist doch schnuppe, ob Platz sechs, sieben oder neun am Ende rausspringt. Aber da war ja letzte Woche der Auswärtssieg in Lippstadt. Klasse Leistung.
Wer weiß, vielleicht lohnt sich der Aufwand ja doch. Die Mannschaft ist garantiert heiß, den nächsten Dreier einzufahren.

Fast 5000 Menschen haben wohl ähnliche Gedanken, sich aufgerafft, um ihrem Lieblingsverein beizustehen.

Aufatmen schon vor dem Anpfiff bei Stadionsprecher Christian. Gästespieler Jonas Acquistapace fehlt verletzungsbedingt. Dagegen flutscht ihm der Name von RWE-Neuzugang „Arche“ Noah Korczowski geschmeidig und unfallfrei über die Lippen. Gekonnt ist gekonnt.

Anfangs sieht es auf dem nassen, aber insgesamt doch gut bespielbaren Rasen gar nicht so übel aus. Einsatz, Körpersprache, Laufbereitschaft, viel zu meckern gibt es nicht. Je länger allerdings das Spiel läuft, umso mehr passt sich die Geschehen dem trüben Wetter an.

Richtig gefährlich wird es nicht wirklich. Wie so häufig in dieser Saison, der letzte Pass kommt unpräzise, die Entschlossenheit vor dem Tor fehlt, die Angriffe werden nicht konsequent zu Ende gespielt.

Verl beschränkt sich überwiegend darauf, das eigene Tor zu verteidigen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, so geriet das Essener Gehäuse nur einmal in Gefahr, als Verls Torjäger Yildirim (habe ich nachgelesen), abzog, Keeper Robin Heller aber auf dem Posten war und den Schuss entschärfte.

Kurz vor dem Pausenpfiff, Essens beste Torchance, aber Wegener passt überhastet im Sechzehner in die Beine des gegnerischen Abwehrspielers.

Halbzeitpfiff.

Naja, man hat schon schlimmere Auftritte an der Hafenstraße miterleben dürfen.

Aber es gibt ja noch eine zweite Halbzeit.

Bereits nach wenigen Minuten spürt der gemeine Fan, die Verler haben ihre Marschroute geändert, stehen nun höher, attackieren früh. Im gleichen Maße verringert die Neitzel Elf ihre Angriffsbemühungen. Das liegt meiner Meinung nach nicht alleine an der offensiveren Spielweise der Gäste. So wuchtig werden die Angriffe nun auch nicht vorgetragen. Auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Kapitän Baier reicht als Begründung für den Bruch (wenn man es gut meint) im Spiel der Rot-Weissen nicht aus, jedenfalls nicht für mich. Bichlers Fehlen macht sich da schon eher, auf die gesamte Spieldauer gesehen, bemerkbar.

Es kommt, wie befürchtet. Keine Ahnung wie, aber in der 71.Minute liegt der Ball hinter der Essener Torlinie. Genau gesehen habe ich den Treffer nicht, wohl aber die sich anbahnende Niederlage.

Meine Hand ins Feuer lege ich auch nicht, ob der Elfmeterpfiff in der 83.Minute gerechtfertigt ist. Yildirim fällt im Strafraum – hat ihn Korczowski überhaupt berührt?  –  der Gefoulte oder Gestolperte verwandelt sicher. Es steht 2:0. Das ist Fakt.

Remmo und Platzek können die Wende auch nicht mehr erzwingen.

Die Heimpleite ist beschämend. Der Auftritt, vor allen Dingen in den zweiten 45 Minuten, erschreckend schwach.

Wütend war ich nur kurz. Kann diesen Auftritt nicht so recht in Worte fassen.

So langsam resigniere ich. Ist DAS wirklich der Verein, dem ich jetzt jahrzehntelang die Treue halte. Wo mich Leute in der U-Bahn wegen meiner RWE-Kluft, wie einen Außerirdischen anstarren?

Ich lass es jetzt lieber. Hau mich in die Falle, träume von alten Zeiten, wo auch längst nicht alles Gold war, was glänzte. Im Gegenteil.

Aber es war immer was los, wenigstens das.

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.