Wochenrückblick

Montage – ich meine den Wochentag – mögen nicht viele Menschen, vor allen Dingen Berufstätige nicht.  Und Post vom DFB bedeutet in der Regel auch nichts wirklich Erfreuliches.

Doch diesmal war alles anders, Von wegen Blauer Montag, er stand voll und ganz im Zeichen von Rot und Weiß.

RWE erhielt für seine hervorragende Arbeit im Jugendbereich, nach „eingehender Prüfung“ von externen Experten des DFB, einen Stern verliehen. Außergewöhnlich für Vereine unterhalb der dritten Liga. Ein solcher Stern ist umgerechnet 25.000€ wert. Soweit der finanzielle Aspekt. Für die Außendarstellung des Vereins sicherlich um einiges wertvoller. Danke an alle Beteiligten.

Für mich allerdings hat dieses Gütesiegel keine große Bedeutung, wie fast alles, was von dem dubiosen Verband kommt. Anstelle eines DFB-Sternes, hätte ich lieber einen U19-Stern am Fußballhimmel, der für RWE im Seniorenbereich leuchtet. Außerdem würde ich Jürgen Lucas und Vincent Wagner liebend gerne an der Seumannstraße wirken sehen. Sie wissen, wie RWE tickt und vor allen Dingen, wie erfolgreiche Nachwuchsarbeit geht.

„Wir sind aktuell dabei, die Pflöcke für diesen Plan einzuschlagen“. Worte von Frank Kurth, der nächste Saison das Projekt U23 federführend betreuen wird. Back tot he Roots, sozusagen.

Die Entscheidung klingt sympathisch, wird im Umfeld überwiegend positiv, teilweise gar begeistert, aufgenommen. Ich bin da skeptischer, vor allen Dingen, was die Durchführung angeht. Aufstiege sind auch in unteren Klassen keine Selbstläufer. Sicher ist nur, sie kosten Geld, Personal, geeignete Trainingsmöglichkeiten. Haben wir, hat der Verein davon genug in petto?

Vielleicht kann Marcus Uhlig das beantworten. Eines muss ich dem Vorstandsvorsitzenden lassen, er versucht derzeit alles, um gegen die negative Stimmung, gegen die Tristesse auf und neben dem Rasen anzukämpfen, will eine Aufbruchstimmung erzeugen. Unstrittig ist ihm bereits gelungen, RWE wieder in die Schlagzeilen zu hieven. Der Spannungsbogen wird garantiert noch bis zum 28. März hochgehalten, denn an diesem Tag, ab 19.07Uhr, soll der Name des Strategischen Partners, den anwesenden Sponsoren sowie der Öffentlichkeit verraten werden. Mein Favorit, Hochtief, scheint aus dem Rennen zu sein.

Wen interessiert da noch das Regio-Spiel im „Stadion“ an der Römerstraße zu Straelen?

Naja, immerhin gut 400 Rot-Weiss Fans, plus circa 1400 Einheimische und Zugereiste. Hoffentlich wird die Partie nicht so übel, wie es riecht, ging es mir kurz vor dem Anpfiff durch den Kopf. Gülle, Gülle, Gülle!

Kalle Neitzel musste die VERLierer-Elf notgedrungen ändern. Benny Baiers Muskel war noch geschlossen, dafür rückte Nico Lucas in die Startelf. Platzek und Wegner zum ersten Mal gemeinsam im Sturmzentrum.

Es sah zwar nicht alles, aber doch überwiegend gut und erfolgversprechend aus, was RWE in den ersten 45 Minuten ablieferte. Keeper Hellers Gehäuse kam so gut wie gar nicht in ernsthafte Gefahr.

Dagegen musste Straelens Schlussmann Ishibashi, mehrfach sein Können unter Beweis stellen. Wenn die Redensart, „er wächst an seinen Aufgaben“, seine Berechtigung hat, dann für den kleinen Japaner.

Lediglich bei Max Wegners Kopfball (39.) nach mustergültiger Flanke vom überzeugend spielenden Neuzugang „Arche“ Noah Korczowski, war Ishibashi machtlos.

Auch zu Beginn der zweiten Spielzeit änderte sich am Kräfteverhältnis auf dem Platz nichts Entscheidendes. Eine Vorentscheidung hatte der Torschütze zum 1:0 auf dem Fuß. Seine wohl verrutschte Ballabgabe landete am Querbalken, der Ball sprang von dort aus Scepanik vor die Füße, dessen Schuss jedoch geblockt wurde.

RWE in der Folgezeit weiterhin mit Feldvorteilen, doch nach vorne lief es nun nicht mehr so zwingend. Die Fans waren sich einig, noch sind die drei Punkte nicht in trockenen Tüchern.

Die Nachspielzeit hatte es in sich, der Ausgleichstreffer lag förmlich in der Luft. Gleich zweimal rettete Robin Heller den Auswärtsdreier, entschärfte die beiden Hundertprozentigen. Eine erstklassige Torhüterleistung!

Fazit: Es war sicherlich kein überragendes, doch zufriedenstellendes Auswärtsspiel der Essener.  Neben Heller, ragte Philipp Zeiger (nicht nur wegen seiner Körpergröße) aus einer insgesamt geschlossenen Mannschaftsleistung, heraus. Luft nach oben ist selbstredend reichlich vorhanden.

P.S. Kurz nach Beginn der Begegnung, verließ ein Teil der aktiven Essener Fan-Szene die Spielstätte. Zwei ihrer Kumpels wurde der Einlass verwehrt, weil angeblich die mitgeführten Fahnenstangen die erlaubten Höchstmaße überschritten haben sollen. Diese Angaben sind ohne Gewehr.

Kurz vor der Rückfahrt nach Essen versicherte mir ein Polizist, es sei alles friedlich verlaufen. Das ist das Wichtigste, für mich jedenfalls.

Foto geklaut von Kampfroboter Siggi Radschun
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