Aachen Blues

Sie sangen: „Gegen Aachen, kann man mal verlieren!“

Stimmt. Die haben Recht. Alemannia schlägt Rot-Weiss Essen mit 2:0 und zwar absolut verdient. Wie schon gegen Uerdingen, reichte ein frühes Gegentor, um die taktischen Vorgaben von Kalle Neitzel zu schreddern.

Flanke von rechts. In der Mitte steht Aachens Idrizi völlig frei vor dem Tor, kann ungehindert per Kopf zum 1:0 vollenden. Lange Gesichter bei den in überschaubarer Anzahl angereisten RWE-Fans. Ich kann niemanden verdenken, zu Hause geblieben zu sein oder Geld und Freizeit anderweitig, wahrscheinlich sinnvoller, zu nutzen. Wenn man dann noch wie ein Schwerverbrecher zahlreiche Kontrollen – welche weniger der Sicherheit, eher der Schikane dienen – über sich ergehen lassen muss, dann kommt unweigerlich Frust auf.

Von Frust war auf dem Rasen weniger zu spüren. Die „Roten“ spielten scheinbar unbeeindruckt ihren Stiefel runter. Monoton, ohne Zug zum Tor, Breitbandfußball.

Über 20 Minuten waren gespielt, als Benny Baier mit einem Distanzschuss knapp das Aachener Gehäuse verfehlte. Es sollte bis zur 85.Minute dauern, bis Essen sich eine echte, wirklich klare Torchance erspielen konnte. Ein Aachener Verteidiger rettete für seinen geschlagenen Torhüter kurz vor der Torlinie. Pech für Platzo.

Dazwischen musste Philipp Zeiger das Feld (15.) verletzungsbedingt verlassen. Tomiak konnte ihn eins zu eins ersetzen.

Die Vorentscheidung dann bereits in der 32.Minute. Bartarilo´s Geschoss prallte vom Innenpfosten in das von Robin Heller gehütete Tor. Unhaltbar!

Die Hausherren waren Herr im Hause, blieben es auch bis zum Schlusspfiff.

Rot-Weiss mühte sich mehr schlecht als recht, die Partie offen zu gestalten. Von Aufbäumen kann aber keine Rede sein.

Die Verletztenliste ist schon bedrohlich lang. Liest man die dort aufgeführten Namen, dann wird mir klar, auf dem Feld fehlt es einfach an Qualität. Der Kader weist ein starkes Leistungsgefälle auf, der einfach zu groß ausgefallen ist. Wie sonst ist zu erklären, dass Youngster Hirschberger bisher nicht eine Sekunde Regionalligaluft einatmen durfte. Gestern wäre meiner bescheidenen Meinung nach, ein Einsatz durchaus gerechtfertigt gewesen. Deutlicher kann Kautsch Neitzel nicht zeigen, was er von dem Mittelfeldspieler hält.

Dagegen durfte – oder soll ich besser schreiben, musste – Ismail Remmo nach gut einer Stunde ins Spielgeschehen eingreifen. Dafür gleich sechs Positionswechsel in Kauf nehmen? Gab es keine weitere Option?  Diese Frage stelle ich mir als Laie.

Die Kritik am Trainer wird lauter. Ich war bekennender Fan von ihm und seiner Fachkompetenz. Einige Maßnahmen kapier ich allerdings nicht. Kann daran liegen, dass ich nur Fan bin, auch nicht weiß, was hinter den Kulissen alles so abgeht. Wohlmöglich herrscht dort Ungewissheit, wer demnächst das Sagen hat, wer die Richtung vorgibt, wer der starke Mann sein wird.

Klarheit schaffen – Jetzt!

Ein Randthema möchte ich noch ansprechen. Die Zukunft der Frauenmannschaften. Sicherlich nicht DER Burner unter den Fans. Mich interessiert allerdings schon, warum die Erste Mannschaft, ähh Frauschaft, vom Spielbetrieb abgemeldet wurde. Liegt es wirklich an fehlenden Spielerinnen oder muss sie wegen der neuen U23 weichen?

Personelle Entscheidungen beherrschen die Diskussionen, die restlichen Meisterschaftsspiele laufen nur noch nebenher.

Eine frustrierende Situation.

Einen, DEN Messias gibt es nicht. Bei Rot-Weiss Essen muss sich Grundlegendes verändern, nicht nur finanziell.

Bis irgendwann dann…..

P.S. Bei aller Enttäsuchung, bei allem Ärger: Kritik ja, aber ohne Hetze.

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.