Wattn Scheiß

Wattn scheiß Spiel, wattn scheiß Ergebnis, wattn scheiß Fußball-Montagabend!

Ich hatte drei Optionen zur Auswahl:

1. Reispfanne mit Paprika

2. Sport1 Fernsehabend

3. Livespiel Hafenstraße 97A

Die Entscheidung fiel mir leicht. Ich war dabei, live, vor Ort.

Option 1 schied von vornherein aus, weil ich keinen Reis mag.

Option 2 war für mich keine wirkliche Alternative. Eine Live-Berichterstattung des Spa(r)tensenders tue ich mir nur noch an, wenn ich krankheitsbedingt an´s Bett gefesselt oder urlaubsbedingt verreist bin.

Die ULTRAS haben ihre Meinung zu Sport1 klar zum Ausdruck gebracht. Wir haben Meinungsfreiheit, und das ist gut so. Mich persönlich wundert´s eher, warum einer Übertragung überhaupt zugestimmt wurde. Kursänderung im Verein?

Lasst mich raten, der Begriff Tradition wurde gestern mehrfach missbraucht. Es wurden die glorreichen, alten Zeiten erwähnt, Deutsche Meisterschaft, Helmut Rahn, Ente Lippens, wahrscheinlich auch Otto Rehhagel, Klaus Steilmann, der Sieg der kleinen Wattenscheider über den großen FC Bayern. Gähn. Ich kann das Gelabere dieser ganzen Experten einfach nicht mehr ertragen. Jede Wette, Medienliebling Peter Neururer durfte nach Herzenslust seine Phrasen in die Welt posaunen. Übrigens, wer Peter Neururer als Kult-Trainer bezeichnet, muss konsequenterweise Karl Theo von Guttenberg, mit Herr Doktor anreden.

Dann bin ich doch lieber im Stadion, treffe alte und altbekannte Gesichter, um mir das Nachbarschaftsduell des geilsten Clubs der Welt (O-Ton Pidder Dahl) gegen den coolsten Verein der Welt (O-Ton offizielle Homepage der SG) anzuschauen. Allerdings ohne große Erwartungen, ohne große Emotionen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Man muss lediglich die Messlatte weit unten auflegen, dann passt das schon.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme, je länger so ein Spiel läuft, umso größer das Bedürfnis, seinen Groll rauszubrüllen.

Es lohnt sich nicht, das Geschehen auf dem Rasen näher oder ausführlich zu beschreiben, auseinanderzupflücken.

Positv aus Rot-Weisser Sicht:

Der ohne Frage sehenswerte Treffer in den oberen Winkel, durch Nico Lucas, zum zwischenzeitlichen Ausgleich (46.)

Dann noch der Schlusspfiff.

Positv aus Wattenscheider Sichtweise:

Das 1:0 durch Berkant Canbulut (45.)

Das 2:1 durch Berkant Canbulut (60.)

Natürlich gab es immer wieder mal Szenen, die an Fußball erinnerten. Ich denke da an Buckmaiers Großchance zum Ende der ersten Halbzeit. Auch den Lattentreffer von Platzek will ich nicht unterschlagen. Doch viel mehr Aufregendes geschah nicht, soweit ich mich erinnern kann. Das Spiel habe ich völlig nüchtern gesehen. Darauf bestehe ich!

Ganz nüchtern betrachtet, es war überwiegend eine Zumutung, dieses Gestochere, Ballgeschiebe und Gepöhle auf dem grünen Rasen zu verfolgen. Einzelkritiken erübrigen sich, wobei Heber, und in Ansätzen Scepanik, andeuteten, dass sie kicken können.

Von zwei schwachen, verlor die etwas schwächere Mannschaft. Also, ein gerechtes Resultat. Ich gönne es dem Verein aus Bochum 6.

Nach dem erneut enttäuschenden Auftritt der Rot-Weissen ist es nicht verwunderlich, wenn auch die Arbeit des Trainers hinterfragt wird.

Man kann schon die Uhr danach stellen, wann Nico Lucas ausgewechselt wird. Gestern durfte er 74 Minuten ran. Ob berechtigt oder nicht, lasse ich mal völlig außen vor, aber das Schema, die schon chronisch, gleichartige Maßnahme, ist auffällig. Ebenfalls auffällig, dass Timo Brauer häufig(er) frühzeitig den Platz verlassen muss. Während Remmo wenigstens hin und wieder ein paar Minuten ins Spielgeschehen eingreifen darf, traut Trainer Neitzel seinem „Schützling“ Hirschberger wohl rein gar nichts zu. Der muss ja grottenschlecht sein, wenn er noch nicht einmal das derzeitige Leistungsniveau der Mannschaft erreicht.

Momentan überwiegt bei mir der Frust. Vielleicht ist es besser, sich ein Stadionverbot zu verordnen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

Bis die Tage,

der Happo

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