Hauptsache immer einmal mehr

Es gibt Spiele, wo man besser erstmal eine Nacht drüber schlafen sollte, bevor man seine Fan-Meinung der Allgemeinheit präsentiert. Gilt vor allen Dingen nach Niederlagen oder miserablen Darbietungen seines Teams.

Heute muss es sofort raus, ich will nicht länger warten.

DIESE ZWEITE HALBZEIT, WAR DAS BESTE SEIT JAHREN, WAS ICH VON ROT-WEIS ESSEN GESEHEN HABE!    

Sollte irgendwann mal wieder die Frage gestellt werden, was stellst Du Dir unter Hafenstraßenfußball vor, dann antworte ich: Zieh Dir die zweite Hälfte vom Spiel gegen die verdammt starken Kölner U21 rein.

Dieser unbändige Siegeswille, diese Lauf- und Kampfbereitschaft und auch dieses Glück, praktisch mit dem Schlusspfiff erneut für ein Happy-End zu sorgen, das ist RWE, das ist Hafenstraße pur.

Danach sah es allerdings zunächst gar nicht aus.
Erste kleine Enttäuschung, die Zuschauerresonanz. Okay, für ein Viertligaspiel sind 9200 Besucher eine echte Hausnummer. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich weiß. Doch nach den beiden Auftaktsiegen und einem keineswegs unattraktiven Gegner, waren 10.000 plus von die meisten Anhänger vorhergesagt worden. Schade, dass ich mit meiner Prognose richtig lag. Gel Sir?! 😊

Die ersten Spielminuten neutralisierten sich beide Mannschaften zwischen den Strafräumen. Die Zweikämpfe wurden allerdings von Beginn an hart, manchmal auch überhart geführt. U-Mannschaften wollen halt nicht mehr nur spielen.  

Essens Kapitän Kehl-Gomez nahm den Kampf an, foulte nach Meinung von Schiri Scheper allerdings gelbwürdig.

Das 0:1 in der 14.Minute ging zu 50% auf die Kappe von Daniel Heber. Er vertändelte den Ball, die Kölner nutzten den Schnitzer eiskalt und konsequent aus. Özcan vollendete per Flachschuss.

Schon jetzt war klar, nur mit bedingungslosem Einsatz, könnte ein Sieg eingefahren werden. Mit angezogener Handbremse zu spielen, würde gegen diesen starken Gegner nicht ausreichen. Von daher nahm Kautsch Titz vorsichtshalber seinen verlängerten Arm vom Feld, bevor es der Schiedsrichter tat. Meine Vermutung. Für ihn kam Bichler. Wenige Minuten später tauschte er noch Dorow für den bis dato schwachen Marcel Platzek.

Zwei Maßnahmen, die sich mitentscheidend auf den Ausgang der Partie auswirkten. Kann man so sehen, wird wohl auch so sein. Zur Ehrenrettung der Vorgänger von CT, darf aber nicht unterschlagen werden, dass auf der Auswechselbank, so gut wie keine Optionen vorhanden waren.   

Das bis zu diesem Zeitpunkt Dargebotene, erinnerte stark an zahlreiche Auftritte der letzten Jahre. Keine einzige Torchance wurde herausgespielt. Fehlpässe zu Hauf, ziemlich unattraktives Gekicke.

Doch eine einzige Szene änderte alles in diesem Spiel.

Dorow passte auf den in der Mitte freistehenden Endres. Ausgleich!

Sofort setzten die Essener nach. Köln wackelte. Der Halbzeitpfiff stoppte den Elan der Heimelf.

Nach dem Wiederanpfiff folgte das, was weiter oben geschrieben steht. Eine beeindruckende Energieleistung des neuen Spitzenreiters der Regionalliga West. Lediglich gegen Ende der Partie konnten sich die Gäste von dem Druck der Rot-Weissen ein wenig befreien.

Der bärenstarke Alex Hahn ließ zwischenzeitlich per Freistoß die Latte des Kölner Gehäuses erzittern, das Stadion zum Beben brachte dann Jan-Lucas Dorow, der nach einer Ecke irgendwie an den Ball kam und zum 2:1 Sieg einnetzte.

Dieser erneute Last-Minute Sieg fühlt sich einfach mega geil an. Spitzenreiter für einen Spieltag? Kann sein, wichtig ist am Ende der Saison.

Die Ergebnisse der Konkurrenten sind Warnung genug. Verl und Rödinghausen im DFB-Pokal, Wuppertal und RWO in der Liga. Was kann, was wird das für eine Hammer spannende Saison.

Ich hab nix dagegen. Im Gegenteil

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.