Man kann nicht immer gewinnen

Wo ist Kachelschlampe Karpi?

Dieser Weg, wird kein leichter sein. Jeder der siebenköpfigen Reisegruppe im „Dirty Harry-Luxus-Liner“, war sich darüber im Klaren.

Kein Wunder, bei über 400 Jahren Lebenserfahrung, davon mindestens 300 Jährkes RWE-Fan-Dasein.

Mittlerweile wissen die Rot-Weiss Anhänger, wo die Spielstätte dieses aufstrebenden, aber unsympathischen Verein, zu finden ist. Selbst wenn das Navi streikt. Ich habe vollstes Verständnis für das Navi.

Rödinghausen und seine Eingeborenen sind mir einfach zu arrogant. Warum, weiß der Henker oder der Häcker.

Der guten Laune tat das keinen Abbruch. Auch die strengen, zähen Sicherheitskontrollen konnten daran nichts ändern. Im Gegenteil, der Spaßfaktor erhöht sich um einiges, wenn man trotzdem ein komplettes Essbesteck – also inclusive Messer – mit ins „Stadion“ schmuggeln kann. Sowas schafft unser Dirty Harry mit Links. Okay, dafür schleuste er anstelle seines, den äußerlich nicht voneinander zu unterscheidenden Turnbeutel von Super Driver auf die Stehgerade. Aus diesem Stoffsack, zauberte Harry keinen Knüppel oder UU-Banner heraus, sondern eine modisch schicke, anschmiegsame rote Regenjacke. Es kommt also doch auf die inneren Werte an, manchmal jedenfalls. 

Schadenfreude ist die schönste Freude. Ich hab mich jedenfalls köstlich beömmelt. Kachelschlampe Karpi, Pidder Dahl. Immerwiederrwe Arnd, Sir Manni, Super Driver Achim sowie Steuermann Harry, hör- und sichtbar nicht minder. Es hing zwar kein Banner am Zaun, aber ein Pferdehalfter an der Wand. Darauf kommts an, das ist wichtig, wie auf´n Platz!

RWE  in der Anfangsphase mit deutlich mehr Ballbesitz und Spielanteilen.Das war trotz eingeschränktem Sichtfeld, deutlich zu erkennen. Die Heimelf zog ein dichtes Abwehrbollwerk auf, lauerte auf Fehler der Essener, um dann ihr gefürchtetes Konterspiel durchziehen zu können.

RW Essen fand keine Lücken, jegliche Offensivbemühungen wurden im Keim erstickt. Das schnelle Umschaltspiel der Rödinghauseraner blieb zwar zunächst ohne zählbaren Erfolg, sorgte aber dafür, dass Essen vorsichtiger auftrat.  Man war gewarnt.

Lenz parierte nach gut 20 Minuten einen Schuss bravourös. In der 24. Minute war er machtlos. Engelmann zog eiskalt und platziert den Ball ins lange Eck. Ein Tor der Marke gekonnt, wenn auch unter tatkräftiger Mithilfe der Essener Hintermannschaft.

Lediglich eine einzige Torchance in der ersten Hälfte blieb mir in Erinnerung. Ein strammer Schuss von Condé, verfehlte nur denkbar knapp das Tor des SVR. Mehr war da nicht. Ich will nicht meckern, aber ich fand den Auftritt insgesamt dürftig.

Die Maßnahme, Kefkir nicht in die Startelf zu beordern, korrigierte Christian Titz in der Halbzeitpause. Essens neuer Publikumsliebling fiel wohl taktischen Überlegungen zum Opfer. Nach hinten arbeiten, gehört halt (noch) nicht zu seinen Stärken.

Der Spielstand und die offensichtliche Harmlosigkeit vor dem Strafraum, zwangen unseren Kautsch zum Handeln. Bereits nach 2 Minuten zahlte sich die Einwechslung aus. Im Stile eines Könners, bugsierte Kefkir den Ball unhaltbar an Heimann vorbei, zum 1:1 Ausgleich.

Riesenjubel beim Essener Anhang. Ein Käfig voller freudetrunkener und friedlicher Narren. Keineswegs negativ gemeint.

RWE nun die tonangebende Mannschaft. Auf den Rängen sowieso. Hartumkämpft war die Partie, keine Frage. Hauptsächlich spielte sich das Geschehen allerdings zwischen beiden Strafräumen ab.

Essen ließ kaum noch etwas anbrennen. Trotzdem wäre der Schuss fast nach hinten losgegangen, doch Marcel Lenz bewies einmal mehr, warum er aktuell die Nummer Eins im Kasten der Roten ist. Mit einem hervorragenden Reflex verhinderte der den zweiten, möglicherweise spielentscheidenden Treffer für Rödinghausen. Meyer scheiterte.

Als sich Amara Condé kurz vor Ende der Partie das Leder zurechtlegte, um den Freistoß aus aussichtsreicher Position auszuführen, dachte nicht nur ich an das Spiel gegen den BVB II. Doch diesmal verfehlte er das Ziel um wenige Zentimeter.

So blieb es beim gerechten Unentschieden.

Damit kann, damit muss ich leben. Rödinghausen war unangenehm zu spielen. Die werden bis zum Ende oben mitmischen. Davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft ist auf jeden Fall besser, als das Umfeld.

RWE hat nicht enttäuscht, aber auch nicht begeistert.

Begeistert war ich von der Fahrt an sich. Alles stimmte. Fahrzeugführer Harry fuhr wie an der Schnur gezogen, von Karpis und Bratkartoffelverhältnis Birgit ihnen ihre Frikadellen schwärmen selbst Vegetarier. Super Drivers Schokoküsse (Achim, wie heißen die Dinger nochmals in voller Länge? ???? ), waren fast so süß, wie der “Rudolph Moshammer-Gedächtnis- Riesen-Pudel” auf dem Rastplatz. Mit Dogs kennt sich Pidder Dahl aber besser aus.

Insgesamt eine herausragende Reise. Gemeinsam sind wir stark. Das gilt natürlich auch für Rot-Weiss Essen.

Freitag wird das Flutlicht wieder eingeschaltet. Wer kann da schon widerstehen?

 

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.