Der nächste Schritt

Diese Saison stellt alles Dagewesene der letzten Jahre auf den Kopf. Ich kann mich nur noch ganz schwach daran erinnern, das Niederrhein-Stadion Oberhausen mit einem Lächeln verlassen zu haben.

Was jucken mich die flachen Stufen in der Kanalkurve, wenn der Sieg hoch ausfällt?!

Oder war ich in Fürth? Sah jedenfalls so aus. Die RWOler zwar in Fisherman-Friends-Green. Doch am Ende zu schwach für die chilligen Rot und Weißen von der Hafenstraße 97A.

Gerne hätte ich den Auswärtsdreier mit mehr als schätzungsweise 4000 RWE-Fans gefeiert, doch für die Boykotteure dieser Partie habe ich vollstes Verständnis.

Im Nachhinein bin ich aber froh, live dabei gewesen zu sein. Alles ohne Strapazen und überaus bequem, dank „Ali bin Abholer“, dessen Bord-Crew, bestehend aus Super Driver, Hybrid-Hürthi sowie Sir Manni, vor Fachkompetenz nur so strotzte.

Hochqualifiziertes Personal schickte auch „Superhirn“ Christian Titz auf den Rasen. Einen sogenannten Stoßstürmer suchte man vergebens.

Kein Platzek, kein Selistha. Stattdessen schenkte Kautsch Titz, Jan-Lucas Dorow und Joshua „Tree“ Endres sein Vertrauen. Ein Versuch, aus der zweiten Reihe die Hünen in der Oberhausener Hintermannschaft in Verlegenheit zu bringen? Tippe ich mal.

Kapitän Kehl-Gomez durfte wieder von Beginn an ran, der doch ziemlich holprig, von beiden Seiten nervös ablief.

Nach gut einer viertel Stunde Spielzeit deutete RWE an, was gehen könnte. Der erneut überragende Kevin Grund bediente den völlig freistehenden Kehl-Gomez von rechts, doch der Kapitän zirkelte den Ball aus kurzer Distanz über das Tor. Kein Vorwurf, der Ball tickte kurz vorher leicht auf, war sehr schwer zu kontrollieren. Die Szene konnten wir ausnahmsweise glasklar verfolgen.

RWO für eine Heimmannschaft ziemlich verhalten. Mehr Langholz, als Ballstafetten. Gefährlich wurden sie lediglich dank tatkräftiger Unterstützung der Essener. Immer wieder unterliefen den Gästen haarsträubende Abspielfehler. (Endres Heber).

Glück für Rot-Weiss, als Oubeyapwa nach einer halben Stunde an Lenz vorbei zum 1:0 für die Hausherren einschob. Abseits! So entschied jedenfalls Schiri Steffens.

Videobeweise gibt es in der Regio nicht. Laut verschiedenen Quellen, eine Fehlentscheidung. Ich halt mich erstmal zurück bei der Beurteilung dieser Szene.  So blieb es zunächst beim torlosen Unentschieden.

Praktisch mit dem Pausenpfiff fast noch der Führungstreffer für RWE, doch Endres verdaddelte aus kurzer Entfernung.

Zweite Halbzeit, neue Taktik. Neues Drehbuch.

Wirtz macht den Joker. Sauerland (mittelprächtige Leistung) nimmt auf der Bank Platz.

Die dollen zehn Minuten aus Essener Sicht beginnen. Endres – Pfosten. Wirtz drückt das Spielgerät aus dem Gewühl über die Linie. 1:0 für Essen!

Drei Minuten später köpft Enzo Wirtz den Ball völlig freistehend in die Maschen. 2:0!

Wo waren eigentlich die langen Kerls der Oberhauseneraner?

Soll mir egal sein. Dem RWE-Anhang sowieso. Der Jubel kannte keine Grenzen.

Dagegen zeigten die Rot-Weissen, der Terranova-Elf ihre spielerischen Grenzen auf. Die gesamte zweite Halbzeit dominierte NUR DER RWE.

Nur einmal unterbrochen, als Steinmetz mit einem Heber versuchte, Keeper Lenz zu überlisten. Doch der ließ sich nicht überraschen.

Stattdessen schraubte RWE das Ergebnis in die Höhe. Der eingewechselte“ Adiole“ Adetula vollendete mit einem strammen Schuss ins lange Eck zum 3:0.

Deckel drauf – Sieg!

Die Überlegenheit in der zweiten Hälfte wäre durch mögliche Treffer von Kefkir und Wirtz in den Schlussminuten auch zahlenmäßig fast noch deutlicher ausgefallen.

Nach so einem Auswärtssieg fällt es mir schwer, auf die Euphoriebremse zu treten. Wenn ich was zu meckern habe, dann ist es die unverhältnismäßig hohe Fehlerquote bei den Abspielen. Gib Bruder Leichtsinn keine Chance!

Aber wer will schon Perfektion? Wir reden hier immer noch von Rot-Weiss Essen! Von einem Viertligisten. Ist eh schon alles unheimlich, was aktuell abgeht.

In der Haut des Pokalgegners aus Uerdingen möchte ich jedenfalls nicht stecken.

Bis baldigst, bis spätestens Freitag.

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.