Meisterschaft oder Pokal – egal

Was derzeit an der Hafenstraße abgeht, ist der helle Wahnsinn. Größenwahnsinnig wird die Mannschaft ganz sicher nicht, dafür werden die Herren an der Außenlinie schon sorgen: Essens Trainerstab. Manche behaupten gar, es wäre ein Zauberstab.

„Magier“ Christian Titz fand endlich von Beginn an die richtige Taktik und brauchte während des Spiels nicht wie üblich, entscheidende Änderungen vornehmen. Kleiner Scherz am Rande. Ich schreib´s lieber extra mal hinterher. Man weiß ja nie….

Erneut eine imposante Kulisse im Stadion Essen. Fast 11000 Zuschauer wollten sich den von vielen Experten erwarteten Pokalfight nicht entgehen lassen, trotz TV-Liveübertragung von irgend so einem Länderspiel mit Deutscher Beteiligung. 

Niemand brauchte sein Kommen bereuen, selbst die Krefelder-Anhänger nicht, denn sie wurden Zeugen eines hervorragenden, hart umkämpften Fußballspiels, welches vor allen Dingen in der ersten Spielzeithälfte hin und her wogte.

RWE im September 2019. Eine Mannschaft, die vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, frei nach dem Motto, besser mit breiter Brust auflaufen, als mit einem Großkreutz. Nebenbei bemerkt, der Kevin ist mir lieber, als diese handelsüblichen, stromliniengetreuen Phrasendrescher. Geschmackssache halt.

Essen startete mutig, auch wenn sich brandgefährliche Torszenen erst nach gut einer Viertelstunde ergaben. Endres scheiterte am Uerdinger Keeper Königshofer. Die Gäste trafen in der 22.Minute nur das Außennetz.
Der bis dahin unauffällig agierende Oguzhan Kefkir, sorgte für den nächsten Aufreger. Erneut konnte Königshofer klären.

Wenige Zeigerumdrehungen weiter, war er aber machtlos. Diesmal zielte Kefkir genauer. Mit einem wahren Kunstschuss beförderte er den Ball in den rechten oberen Winkel.

Ich hab gar nicht mitgekriegt, dass der Torschütze keine Jubelarien vorführte (Respekt). Dafür ging es auf den Rängen einfach zu herzlich zu. Wildfremde und altbekannte Leute lagen sich in den Armen. Die obligatorischen Stauder-Duschen prasselten auf das schüttere Haupthaar.

Scheiß egal. So spielt man Fußball in Essen!

Rot-Weiss ließ die Kugel gekonnt laufen. Der KFC musste den Gegentreffer erstmal verdauen.
Die letzten 10 Minuten vor dem Pausentee verlagerte sich das Geschehen allerdings mehr und mehr in die Hälfte der Essener.
Konter wurden nicht mehr gefahren.

Gefährlich vom Spielstand her, glücklicherweise waren die Angriffsbemühungen der Gäste nicht ganz so gefährlich. Mehr als „Halbchancen“ sprangen nicht heraus.

Halbzeitpfiff. Von Beifallsstürmen und Gesängen begleitet, verließen die Akteure den bestens bespielbaren Rasen.

Keine Ahnung, ob Krefelds Mäzen und 1.Vorsitzender, Mikhail Ponomarev, sich gefährlich der Gästekabine näherte, die Spieler des KFC kehrten jedenfalls verdammt früh auf das Spielfeld zurück.

Essen nun mit dem Vorteil, auf ihre WEST zu spielen. Das setzt meist nochmals, ein paar Prozente mehr an Offensivepower frei.

Dennis Grote schien es besonders zu beflügeln. Der ruhende Pol im Essener Mittelfeld, wechselte in die Rolle des torhungrigen Stürmers. Gleich dreimal sorgte er für Torgefahr, leider ohne zählbaren Erfolg.

Die spielerische Überlegenheit wurde mit zunehmender Spielzeit immer deutlicher. Doch das zweite Tor wollte nicht fallen.

In der 68.Minute war es dann soweit. Dorow, mit einer Energieleistung, spielt auf den freistehenden Enders, der trocken zum 2:0 vollendet.

Clever reiße ich meinen Kopf mit geöffnetem Mund nach hinten, und Jubel-Stauder füllt den Gaumen.Unbeschreiblich, was sich auf den Rängen abspielt.

Apropos, Dorow und Endres. Hat sich da etwas ein Pärchen gefunden? Nicht zum ersten Mal bewiesen sie, wie gut sie harmonieren.

Ähnlich wie in Halbzeit eins, drosselte die Titz-Elf gegen Ende hin, ihre Angriffsbemühungen. Gewollt oder ungewollt, kann ich nicht beurteilen.

Krefeld bemühte sich zwar redlich, mehr als der Anschlusstreffer ihres Holländischen Neuzuganges, Tom Boere, gab es aber an der Hafenstraße (diesmal) nicht zu holen.

RWE zieht verdient in die nächste Pokalrunde ein. Sie waren spielerisch (!!!) und auch läuferisch dem Drittligisten überlegen. Besonders freue ich mich für Daniel Heber, der eine bärenstarke Partie ablieferte. Manchmal zahlt sich Vertrauen eben aus.

Danke, dass ich dabei sein durfte! 

Fazit: Die drei Punkte können noch entscheidend werden ????

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.