Goldener Oktober oder doch Goldene Ananas?

Etwas mehr als ein Drittel ist der Oktober 2019 alt.

Vieles deutet auf eine weitere „Murmeltiersaison“ von Rot-Weiss Essen hin. Die Goldene Ananas kann bei RWE einfach keinen Staub ansetzen. Diese Trophäe scheinen die Roten für sich gepachtet zu haben.

Dagegen wirbelten die drei letzten Niederlagen in Serie eine Menge Staub innerhalb der Fangemeinde auf. Mit Schwamm drüber ist es nicht getan.

Die Heimniederlage gegen Fortuna Köln habe ich nicht live miterleben dürfen bzw. müssen. Befand mich auf einer Insel. Für die Insel scheinen ´ne Menge RWEler nach dem Freitagspiel ebenfalls reif zu sein.

Es versteht sich von selbst, dass ich zum Spielverlauf keine Stellung nehmen kann und werde. Die Kommentare dazu sprechen für sich und sind, was den Ablauf der Partie angeht, fast identisch.

Problematisch wird die Suche nach den Gründen des Leistungsabfalles, der natürlich auch tabellarische Konsequenzen nach sich gezogen hat. Der Punkteabstand zu Platz Eins wird schleichend größer. Für die Vereinsverantwortlichen nicht das Thema.

Ein Blick auf das Torverhältnis sollte allerdings schon thematisiert werden. Vorne wie hinten sind die Defizite offenkundig, durch „nackte“ Zahlen belegt.

Jedes Spiel unserer Mannschaft – das ist sie für mich auf jeden Fall immer noch – besaß einen riesengroßen Unterhaltungswert. Abwehr- wie Abschlussschwächen blieben trotzdem nicht unentdeckt. Doch solange die Ergebnisse stimmen, drückt man schon mal eher ein Auge zu. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl, diesen Jungs zuzuschauen. Fußball mit Herz und Spaß.  Wie lange haben wir auf solche Momente verzichten müssen?! Endlich wieder eine sieggeile Truppe an der Hafenstraße.

Die Fans (ich eingeschlossen) schwebten auf Wolke Sieben, als wären sie neu verliebt. Doch jede (r) von uns weiß, dieses Gefühl hält nicht ewig an. Es verändert sich. Den Alltag meistern, gemeinsam, das ist die schwierigste Aufgabe.

An diesem Punkt ist RWE meiner Meinung nach angelangt.

Jetzt wird sich zeigen, wie es mit dem Zusammenhalt bestellt ist.

Die Voraussetzungen sind nach wie vor hervorragend. Nach drei Niederlagen darf man niedergeschlagen sein, aber „wir“ sind noch nicht abgeschlagen.

Vielleicht ist die Mannschaft mental noch nicht soweit, die Favoritenrolle zu bekleiden. Als Jäger lässt es sich aber auch gut leben. Wichtig ist doch nur, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Für mich heißt das:  Angriff auf Platz Eins.

Das ist keine Forderung und soll auch nicht so verstanden werden, als wäre alles andere als die Qualifikation zu den Aufstiegsspielen, einem Misserfolg gleichzusetzen. Als Fan möchte ich nur spüren, dass ernsthaft JEDE sich bietende Chance in die Dritte Liga zu kommen, genutzt wird.

Von Fünf, Vier- oder Zweijahresplänen halte ich persönlich reichlich wenig. Gerade der Fußballsport ist für Überraschungen und Unvorhersehbares berühmt-berüchtigt. Bei wem stand z.B. auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass es für einen Sieg gegen Wattenscheid 09 keine Punkte gibt?  Oder ist bekannt, welcher Verein nächste Saison absteigt oder unbedingt aufsteigen will?

Es reicht also nicht, sich nur mit sich zu beschäftigen. Doch wem sag ich das?

Einem ausgewiesenen Fachmann wie Christian Titz oder unserem Sportdirektor Jörn Nowak auch nur ansatzweise Ratschläge erteilen zu wollen, ist lachhaft, obwohl ich jederzeit zu Scherzen aufgelegt bin. Wovon ich allerdings abrate, sind Statements nach Niederlagen, die mit der Aufbau- und Findungsphase der Mannschaft begründet werden und suggerieren, später wird alles besser. Wartet mal ab, was im zweiten Jahr nach dem Neubeginn abgeht.

Da sag ich nur, arme Spieler. Diesen Druck möchte ich jedenfalls in der nächsten Saison nicht aushalten müssen. Zum Glück bin ich ja kein Spieler.

Der überwiegende Teil der Fans will keinen Druck auf die Mannschaft ausüben. Davon bin ich überzeugt. Vermutlich machen sich die Spieler selbst zu viel Druck.

In der Regionalliga West ist kein Spiel leicht zu gewinnen, auch nicht das kommende gegen Schlusslicht Bergisch Gladbach. Doch wenn die Titz-Elf ihre Leichtigkeit zurückgewinnt, wird sie diese Auswärtspartie gewinnen.

Jede Wette!

Der Oktober wird zwar kaum noch golden glänzen, aber die Rot-Weisse Zukunft, sehe ich rosarot.

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.