Drei Punkte mehr – mehr auch nicht

Liebe RWE-Gemeinde, liebe Uralte, liebe Bar-BesucherInnen,

gerade zurück aus der Hölle von Bergisch-Gladbach. Leicht angetrunken, zugegebenermaßen, aber mit drei Punkten im Gepäck. RWE-Herz, was willst Du mehr?

Gute Frage.

Meine Antwort:
Der Auswärtssieg tut gut, war extrem wichtig und unter dem Strich auch verdient.  Trotzdem will bei mir so recht keine Freude aufkommen. Denn es war nicht nur ein hartes Stück Arbeit, es war auch zeitweise schwer verdauliche Kost, was die Titz-Elf heute ablieferte.

Ich behaupte jetzt einfach mal, gegen einen etwas stärkeren Gegner, als die sich tapfer wehrenden Bergisch-Gladbacher Amateure, hätte RWE an diesem Tag und mit dieser Leistung, das Spiel nicht gewonnen.

Dabei lief es so gut an.
Schon in der 6.Minute konnten die geschätzt 1100 RWE-Fans jubeln. Daniel Heber stocherte den Ball nach einer Ecke über die Torlinie.
Alles lief nach Plan und nach Wunsch der Essener.

Trotz der vorherigen drei Niederlagen, ich war sicher; hier gewinnt nur eine Mannschaft und das ist Rot-Weiss Essen!

Was dann folgte, ist für mich unerklärlich.

Anstatt konsequent ein weiteres Tor erzielen zu wollen, die spielerisch limitierten Gastgeber unter Druck zu setzen, sah ich Breitwandfußball, ohne Speed, ohne Emotionen. Vielleicht auch ohne Selbstvertrauen?

Keine Ahnung.

Der Tabellenletzte wurde förmlich dazu ermutigt, mehr Initiative zu ergreifen. Das hatte für mich nichts mit taktischer Finesse zu tun. Aber ich bin ja auch nur Laie.

So plätscherte die Begegnung ohne große Höhepunkte bis zum Halbzeitpfiff dahin.

Jedenfalls erinnere ich mich nicht an Szenen, die mich vom Sitz gerissen hätten, am wenigsten das spröde Kölsch im Ausschank.

Einzig die Auswechslung von „Adiole“ Adetula ist erwähnenswert. Keine Frage, der talentierte Flügelflitzer bot bis dahin eine schwache Vorstellung, konnte nicht ansatzweise für Gefahr sorgen. Seine Auswechslung ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Trotzdem, der Zeitpunkt (32.) wird an seinem Selbstvertrauen nagen.

Dass die Halbzeitführung verdient war, dürfte unstrittig sein. Ein Marketingmanager würde wahrscheinlich was von einer hohen Effektivität faseln.

Bergisch-Gladbach kämpfte zwar aufopferungsvoll, hielt den Favoriten aus Essen auf Distanz, ohne allerdings selbst für Torgefahr zu sorgen.

Für mich war es eine Frage der Zeit, wann die Kräfte der „Hausherren“ nachlassen würden.

Als Florian Bichler in der 52.Minute zum 2:0 aus Essener Sicht einschob, schien der Drops gelutscht zu sein.

Kurz darauf musste Hahn verletzungsbedingt den Platz verlassen. Dennis Grote, der Lenker und Denker der ersten Saisonspiele, kam in die Partie.

RWE nun mit mehr Drang zum gegnerischen Tor. Bichler verpasste nur knapp. Überhaupt „Flori“, er war für mich einer der wenigen Aktivposten bis dato. Sein Arbeitstag endete nach ungefähr 75 Minuten.

Dafür bekam der Ex-Wuppertaler Jonas Erwig-Drüppel Gelegenheit, sich zurück in die Stammelf zu spielen. Vier Tore im Testspiel gegen den Oberligisten Baumberg und engagierte Trainingsleistungen waren Empfehlung genug für Kautsch Titz, ihn zu bringen. Er machte seine Sache nicht schlecht, hätte sogar fast mit einem Flachschuss das wohl entscheidende 3:0 erzielt.

Hadder aber nicht, denn der Ball ging knapp am BG-Gehäuse vorbei.

Stattdessen der Anschlusstreffer. Hill (den Namen habe ich nachgelesen) zog aus gut 30 Metern ab. Golz, der überraschend für Marcel Lenz das Essener Tor hütete, stand weit vor dem Kasten. Zu weit. Es hieß nur noch 1:2. Dem jungen Keeper kann man aber keinen Vorwurf machen. Er spielte seinen Part ansonsten ruhig und sicher, wurde allerdings kaum ernsthaft geprüft.

Als es darauf ankam, war “Richi Golz sein Sohn” zur Stelle, entschärfte kurz vor dem Abpfiff noch einen Flachschuss.

Schiri Braun beendete die Partie nach gut 93 Minuten.
Ein Segen.

Immerhin gewonnen. Auch dafür gibt es drei Punkte.

Bin ich, sind wir, zu vermessen, zu unrealistisch, zu anmaßend oder einfach nur ahnungslos? Doch die Stimmung auf der Hinfahrt nach Bergisch-Gladbach im hochkarätig besetzten Kleintransporter von Dirty Harry, war um einiges lockerer und gelöster, als nach dem Auswärtssieg.

Klingt bescheuert, ist aber die reine Wahrheit.

Das solls erstmal von meiner Seite aus gewesen sein. Wenn wir Glück haben, schreibt „Hybrid-Hürthi“ morgen noch einen fachlich weitaus hochwertigeren Spielkommentar.

So oder so, nach Düsseldorf fahre ich auf jeden Fall.

Denn ich vertraue diesem Kader und unserem Trainerstab – trotz aller Bedenken – noch Einiges zu. Auch einen weiteren Auswärtsdreier.

In diesem Sinne,

Nur der RWE!

 

 

Foto by MKK, die leider hier nicht abgebildet ist

Aufgenommen auf einem Rastplatz, wo Barde Sandy und Fan-Vertreter Dirk Kindsgrab zum Fotoshooting dazustießen

 

Foto hab ich geschossen (MKK war Brötchen kaufen) :mrgreen: 

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.