Fiese Tante Lotte

Sportfreunde und Lotte. Was passt da nicht zusammen?  Diese Frage dürften die über 8200 Live-Besucher der Begegnung, Rot-Weiss Essen gegen SF Lotte, problemlos beantworten können. 60 Lotte-Fans-Antworten fallen aufgrund der 5% Hürde unter dem Tisch.

Der Neu-Club von Timo Brauer (schöne orangene Schuhe) und Kevin Freiberger, spielte dreckigen Fußball, nutzte die großzügigen, überwiegend einseitigen Regelauslegungen von Schiri Hüwe volle Lotte aus. Heimschiedsrichter pfeifen anders.

Trotzdem – und weil er nicht wirklich anders konnte – sorgte sein Pfiff in der 81.Minute für eine Vorentscheidung. Der kleine Alex (Langlitz) senste den großen Alex (Hahn) von hinten rüde um. Für mich glatt Rot. Aber gut, mehr war nicht zu erwarten.

Lotte wurde nun „Opfer“ ihres unstrittig hohen Einsatzes. Die Kräfte schienen zu schwinden. Bezeichnend, dass sie in der Restspielzeit noch zwei weitere gelbe Karten kassierten. Insgesamt zückte der Referee siebenmal Gelb und einmal Gelb-Rot. Keine schlechte Quote für einen 94 Minuten-Job.

Ohne jetzt großartig die einzelnen Spielszenen zu schildern, RWE hatte große Mühe, die Lotteraner zu bezwingen. Ganz sicher wurde die Aufgabe nach dem Führungstreffer durch Kevin Freiberger (ausgerechnet) in der 10. Minute, nicht leichter.

Die Angriffe erfolgten mit geringem Tempo, oft zu kompliziert und ohne Zug zum Tor. Fast sogar das 0:2 durch den bis dahin brandgefährlichen Kevin Freiberger. Daniel Heber hatte vorher das Nachsehen.

Ein Fernvergleich der beiden Torjäger – hier Platzek, dort Freiberger – verbietet sich im Grunde genommen, weil der immer hinkt. Beide haben das gleiche Ziel, nämlich Tore zu erzielen, versuchen es aber auf verschiedene Art und Weise. Freiberger ist mehr der Knipser, Platzo´s Stärken liegen im Einsatz und in der Laufbereitschaft. Wohlmöglich hat sich Christian Titz deshalb für Marcel Platzek entschieden?

Ideal wäre eine Mischung aus beiden. Willkommen an der Hafenstraße, Marcel Freiberger.

Nach gut einer halben Stunde wendete sich das Blatt zugunsten der Essener. Rot-Weiss wurde überlegener, kämpfte verbissen, wenn auch noch ohne zählbaren Erfolg.

Der stellte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff ein.

CT´s neue taktische Wunderwaffe heißt Eigentorerzwingen. Kehl-Gomez zog ab, Matthias Rahn fälschte den Ball ins eigene Tor. Bereits das dritte Tor durch Spieler der gegnerischen Mannschaft. Alle Achtung, erspart es dem Verein zudem, eine Torprämie auszuzahlen.

Als kurz nach dem Wiederanpfiff Marcel Platzek zum 2:1 einköpfte, wurde es richtig laut im Stadion Essen. RWE war Chef im Ring, drängte den Gast mehr und mehr in die eigene Hälfte, ohne dass dabei glasklare Torchancen heraussprangen.

Rot-Weiss versäumte in dieser Phase, den Sack zuzumachen. Ich versuchte es mit Zweckoptimismus. Wie es innen aussah, ging keinen etwas an. Ein Lattentreffer von Lotte war Warnung genug.

Dann endlich die Erleichterung. In der 90. Minute gelang der eingewechselte Joshua Endres das erlösende 3:1. Grenzenloser Jubel weitere drei Zeigerumdrehungen weiter. Dahmani zog trocken ab, Keeper Peitzmeier chancenlos. 4:1! Ein weiterer Treffer eines Einwechselspielers.

Es ist zurück. Das Glück, und das Händchen für die richtigen Maßnahmen von der Seitenlinie.

Gratulation an die Mannschaft, an das Trainerteam.

Bester Mann auf Seiten der Roten für mich, Käpt´n Marco Kehl-Gomez. Er tat alles, um seinem bezaubernden Töchterlein endlich wieder die Show-Bühne zu überlassen. Einfach köstlich!

Es ist November und RWE hat noch Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Neun Punkte aus drei Begegnungen. Mehr geht nicht.

Besser Fußballspielen können sie, das haben sie bewiesen.
Ich bin sicher, nächsten Sonntag können wir uns davon in Wuppertal höchstpersönlich überzeugen.

Bis dahin,

Nur der RWE!

Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.