An Tagen wie diesen…

Eigentlich mag ich die Toten Hosen nicht mehr, seitdem dieser Campino sich so pauschal abfällig über die Rot-Weisse-Fangemeinde geäußert hatte. Aber gestern hab ich mir den Song nach dem Schlusspfiff gleich mehrfach in Stadionlautstärke reingezogen.

Ja, an Tagen wie diesen, hab ich für mehrere Stunden einfach alles um mich herum vergessen. Keine Sorgen, keine Ängste, keine Probleme. Nur die reine Freude. Glücksgefühle pur!

Und alles nur wegen einem Fußballspiel, einem Pokalssieg gegen Fortuna Düsseldorf? Da muss doch noch mehr dahinter stecken. Das muss Liebe sein. Zu RWE und den Mittelfinger für Corona schicke ich gleich hinterher.

Vor dem Anpfiff hatte ich Zweifel, ob das Ding gut gehen wird, gut gehen kann. Dann die Aufstellung: Herzenbruch, Conde´und Endres anstelle von Grund, Harenbrock und Kefkir.

Was hat er sich da ausgedacht, unser Kautsch?

Doch wenn “The Rock” das meint, dann wird es schon richtig sein. Vertrauen pur. Ähnlich denken wohl auch die Spieler.

Anfangs sieht es allerdings nicht unbedingt danach aus, dass die Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen werden.

Herzenbruch wird ein ums andere mal überlaufen. Amara verdribbelt sich mehrfach. Und Joshua Endres trifft alles, nur nicht das Tor.

Dazu die Riesenchance von Sobottka in der 4.Minute. Mir rutscht das Herz inne Hose. Doch Daniel Davari scheint völlig unberührt davon zu sein. Seine geradezu beiläufig wirkende Fußabwehr, als ob er einen Rückpass verarbeiten müsste…., samma, geht´s noch cooler?!

Dann Grote, wie er einen Spielzug der Gäste erahnt, den Ball abfängt und mustergültig auf den anderen Coolen passt. Engelmann zieht halb-links im Sechszehner angelangt trocken ab. Keeper Wolf kann kaum glauben, wie ihm geschieht. An einem guten Tag hätte er den wohl gehalten. Aber an Tagen wie diesen….

1:0!

Ich bölke wie im Stadion. Kann es körperlich fühlen. Bierduschen, Umarmungen, Jubel! Es tut schon fast weh.

Ballbesitz ist nicht immer gleichzusetzen mit Spiel bestimmend. Die Frage ist, wer zwingt hier wem das System auf.

Im Nachhinein betrachtet, fällt die Antwort eindeutig aus. Doch während der Partie zerrte der schier ewige Ballbesitz der 95ziger an den Nerven.

Ganz besonders, als erneut Sobottka extrem knapp am Gehäuse von Davari vorbei zielt. (24.)

Mittlerweile wird Herzenbruch immer stärker. Überhaupt, die letzte Abwehrreihe beweist einmal mehr, warum RWE so erfolgreich ist. Man kann schon von einer Elite-Einheit sprechen. Ganz im Sinne des Sportes.

Den Ausgleichtreffer durch Düsseldorfs Torjäger vom Dienst, Hennings, können selbst sie nicht verhindern. Freistehend wuchtet der Goalgetter den Ball flach ins lange Eck.

Bitte RWE, lasst Euch nicht davon umwerfen! Gedanken wie dieser schiessen unwillkürlich durch den Kopf.

Mein Flehen wird erhört. Nur drei Zeigerumdrehungen später schlägt der Spitzenreiter der Vierten Liga West, zu. Brutal effektiv.

Heber flankt. Kapitano Kehl-Gomez vollendet per Kopf, unbewacht und schmerzlos.

Der Pausenpfiff tut mir gut. Endlich mal Luft holen, ein- und durchatmen. Hätte nie gedacht, dass ich mal am TV dermaßen bei einer Partie ohne Zuschauer mit fiebern werde.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit scheitern Plechaty wie Young, nicht am Unvermögen oder Gegenspieler, sondern an den Platzverhältnissen.

Düsseldorf gelangt immer wieder in den Strafraum der Roten. Das Bibbern geht erneut los.

Andererseits tun sich mehr und mehr Lücken im Defensivbereich der Düsseldorfer auf.

Es beginnt die Zeit des Amara Condé, Er weiß die neu gewonnenen Freiräume zu nutzen. Dribbelt, ackert und zaubert einen tödlichen Pass (69.) aus dem Fußgelenk. Der erreicht den kurz zuvor eingewechselten Kefkir.

Flachschuus – TOOOOOOR!!!!

Wahnsinn. Was geht da ab?! 3:1, das muss doch reichen!

Fortuna wirkt ratlos. Fast sämtliche Angriffe laufen über ihre linke Außenbahn. Karaman geht mir richtig auf den Sack. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und zwei erst recht nicht.

Beide Trainer wechseln fleißig aus. Der Kurs ändert sich dadurch nicht.

Mein Puls quittiert die Spannung im Stadion mit erhöhten Werten. Diese schnellen nochmals nach oben, als Hahn im Strafraum seinen Gegenspieler zu Boden reißt.

Elfmeter. Kein Thema, gerechtfertigt.

Hennings verwandelt unverschämt sicher.

4 Minuten Nachspielzeit. Meine Fresse!

RWE macht das hervorragend. Abgezockt und bis in die Haarspitzen auf den Sieg fokussiert.

Der Schlusspfiff kommt einer Erlösung gleich! Ich hüpfe wie ein kleines Kind durch mein kleines Home-Office-Stadion. Scheiss drauf, was die Siedlungsbewohner denken.

Was für ein grandioses Weihnachtsgeschenk. Das braucht nicht eingepackt werden. Nur die Düsseldorfer können einpacken. Anstelle der längsten Theke der Welt, sehe ich nur lange Gesichter bei den Landeshauptstädtern.

Der Himmel an der Hafenstraße färbt sich Rot und Weiß. Die bewegten und bewegenden Bildern von der spontanen (?) Zusammenkunft zahlreicher Fans, werden nicht folgenlos bleiben.

Nur will ich jetzt davon nichts wissen. Ich blende das aktuell aus.

Meine Freude ist grenzenlos. Wenn ich die doch nur mit all meinen Kumpels und Kumpelinen teilen könnte.

Trotzdem, der Sieg hat mir Kraft gegeben über die schwierigen Tage zu kommen. Denn ich kann mich auf was freuen. Das macht Mut.

Danke Rot-Weiss Essen!!!

Allen ein entspanntes Weihnachtsfest und so weiter und so fort…

Zum Abschluss noch ein Wort in eigener Sache. Die Aktion “Notgroschen” macht keine Pause. Über die Weihnachtstage kann ich zudem noch einen weiteren Preis präsentieren. Es lohnt sich nicht nur deswegen mitzumachen, aber auch!

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Mentor

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Zwischenzeugnis – 20/21

Happo New Year