Sturmflut an der Hafenstraße 97A

Gerade wollte ich Richtung Nordsee-Strand aufbrechen, als mir die Nachricht von Kalle Neitzels Entlassung von verschiedenen Quellen übermittelt wurde. Jetzt herrscht eh Ebbe, im Gegensatz zur Hafenstraße.

Da scheint eine Sturmflut so ziemlich alles wegzuspülen, was nicht niet- und nagelfest ist.   

Augenscheinlich weht seit der Inthronisierung von Sportdirektor Nowak ein anderer, wohl auch rauerer Wind. Ob das gut oder schlecht ist, wird die Zukunft zeigen. Spontan sage ich, ja, es ist gut. Denn wie gehabt, konnte und durfte es nicht weitergehen.

Jeder Stein sollte umgedreht werden. In dieser Hinsicht haben die Verantwortlichen Wort gehalten. Jedenfalls, die, welche noch in Amt und Würden sind.
Dagegen wird einmal mehr deutlich, wie wertlos doch diverse offiziellen Statements über z.B. die Arbeit eines Trainers sind. Immer gefährlich, wenn Chefs hinter einem stehen.

Unberührt davon halte ich einen tatsächlichen Neuanfang ohne Carsten Neitzel für sinnvoll und auch glaubhafter.

Für mich war Kalle Neitzel seinerzeit ein absoluter Glücksfall für RWE. Dazu stehe ich. Er hat mich mit seiner Art zu reden, seinen Vorstellungen Fußball spielen zu lassen, damals nicht nur überzeugt, sondern begeistert. Toller Typ. Mein erster Eindruck.

Der Verlauf der letzten Saison, das Auftreten der Mannschaft und damit verbunden, auch seine Erklärungsversuche, ließen Zweifel an meiner Einschätzung aufkommen. Zu starr seine taktischen Vorgaben. Alles war vorhersehbar. Sein Umgang mit den Nachwuchskräften, allen voran mit Niclas Hirschberger, lösten nur noch Unverständnis aus.

Trotzdem mag ich ihn als Typ. Er ist keiner dieser stromlinienförmigen Übungsleiter. Carsten Neitzel macht sein Ding, mit allen Konsequenzen.
Schade, dass es so enden muss.

Ich wünsche ihm bei einem anderen Verein mehr Glück. Vielleicht auch mehr Flexibilität.

Danke Kalle!

Das Leben ist so schnelllebig.

Man munkelt, der „Neue“ steht bereits vor der Tür, den Kugelschreiber einsatzbereit, um seine Unterschrift unter einem Arbeitspapier bei Rot-Weiss Essen abzuliefern.

Man hat schon Notiz von ihm genommen. Soll ich schreiben: Willkommen an der Hafenstraße, Herr Titz?

So, erstmal feddich…..

und wann kommt die Flut?

Ende gut – nix gut!

Schluss! Aus! Vorbei! ENDLICH!

Die Saison 2018/2019 schmeckte wie altes, ausgelutschtes Kaugummi und zog sich ebenso zäh dahin.

Enttäuschend Hoch3.

302 Zuschauer beim Saisonausklang in Düsseldorf. Deprimierend.

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein letztes Punktespiel von RWE verpasst zu haben. Selbst wenn ein Abstieg feststand. Sporttotal-TV habe ich mir auch geklemmt.  

Bin noch nicht einmal mehr sauer. Desillusioniert trifft es besser.

Einzig für Niclas Hirschberger freut es mich. Sein Regio-Debüt „krönte“ er mit dem Ausgleichstor kurz vor Abpfiff. Endstand 1:1.

Möchte niemand mit der Chronologie dieser Spielzeit quälen. Mehr als Wiederholungen habe auch ich nicht zu bieten.

Die sechs Siege nach der unglücklichen Auftaktniederlage in Rödinghausen, katapultierten die Roten bis an die Tabellenspitze. Ein richtig geiles, blendendes Gefühl.

Wenn man ehrlich ist, waren schon die letzten drei Siege eher glücklich, die Schwächen der Mannschaft deutlich zu erkennen. Doch die Punkteausbeute wirkte wie Make-Up.

Ungeschminkt – sprich ohne Siege – kam die Wahrheit ans Licht.

Nein, diese Mannschaft besaß nie die Qualität, um ganz oben mitzumischen, nicht nur, aber auch wegen dieser unsäglichen Verletzungsmisere. Auf Nachbesserungen wurde verzichtet. Im Nachhinein wohl ein Fehler. Es hätte auch gut gehen können, wenn z.B. die Heilungsprozesse komplikationsloser verlaufen wären. Sind sie aber nicht. 

In der Winterpause wollten sie es besser machen, holten neue Kräfte für die Dauerverletzten. Gut so, dachte ich, nichtsahnend, dass eben diese Neuzugänge ebenfalls aus unterschiedlichen gesundheitlichen Gründen ausfallen würden.
Wem soll dafür die Schuld gegeben werden?

Nicht entschuldbar sind dagegen für mich die überwiegend blutleeren, unterirdischen Auftritte der Mannschaft. Siegeswillen, Spielwitz? Fehlanzeige!

Natürlich gab es in fast jeder Partie auch irgendetwas Positives herauszufiltern, doch insgesamt wirkten die Erklärungsversuche – vor allen Dingen von Kalle Neitzel – hilflos, phrasenhaft und für meine Ohren auch unehrlich.

Jugend forscht gilt nicht für Rot-Weiss Essen. Was ist so ein Stern für das Konzept im Jugendleistungszentrum wirklich wert? Auch wenn es normal erscheint, dass Bundesliga-Fußball im Jugendbereich für einen Viertligisten nicht selbstverständlich ist. Wo sind aber Spieler, die den Sprung in die „Erste“ wirklich schaffen, und nicht nur einen Kaderplatz belegen, um die U23-Regel zu erfüllen?

Platz acht, wenn Wuppertal das Nachholspiel gegen FC Köln U21 gewinnt, Platz neun, bei 46 Punkten und einer Tordifferenz von gerade mal zwei Törchen plus, lesen sich ernüchternd.

Nach vorne schauen? Ja!

Nur jetzt, hier und heute, kann ich es noch nicht.

Zum Glück ist erstmal Pause, da ist Zeit genug, um mir Gedanken über die Saison 2019/2020 zu machen, mich vielleicht sogar neu zu motivieren.

Man liest sich, vielleicht.

der Happo

Wattn Scheiß

Wattn scheiß Spiel, wattn scheiß Ergebnis, wattn scheiß Fußball-Montagabend!

Ich hatte drei Optionen zur Auswahl:

1. Reispfanne mit Paprika

2. Sport1 Fernsehabend

3. Livespiel Hafenstraße 97A

Die Entscheidung fiel mir leicht. Ich war dabei, live, vor Ort.

Option 1 schied von vornherein aus, weil ich keinen Reis mag.

Option 2 war für mich keine wirkliche Alternative. Eine Live-Berichterstattung des Spa(r)tensenders tue ich mir nur noch an, wenn ich krankheitsbedingt an´s Bett gefesselt oder urlaubsbedingt verreist bin.

Die ULTRAS haben ihre Meinung zu Sport1 klar zum Ausdruck gebracht. Wir haben Meinungsfreiheit, und das ist gut so. Mich persönlich wundert´s eher, warum einer Übertragung überhaupt zugestimmt wurde. Kursänderung im Verein?

Lasst mich raten, der Begriff Tradition wurde gestern mehrfach missbraucht. Es wurden die glorreichen, alten Zeiten erwähnt, Deutsche Meisterschaft, Helmut Rahn, Ente Lippens, wahrscheinlich auch Otto Rehhagel, Klaus Steilmann, der Sieg der kleinen Wattenscheider über den großen FC Bayern. Gähn. Ich kann das Gelabere dieser ganzen Experten einfach nicht mehr ertragen. Jede Wette, Medienliebling Peter Neururer durfte nach Herzenslust seine Phrasen in die Welt posaunen. Übrigens, wer Peter Neururer als Kult-Trainer bezeichnet, muss konsequenterweise Karl Theo von Guttenberg, mit Herr Doktor anreden.

Dann bin ich doch lieber im Stadion, treffe alte und altbekannte Gesichter, um mir das Nachbarschaftsduell des geilsten Clubs der Welt (O-Ton Pidder Dahl) gegen den coolsten Verein der Welt (O-Ton offizielle Homepage der SG) anzuschauen. Allerdings ohne große Erwartungen, ohne große Emotionen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Man muss lediglich die Messlatte weit unten auflegen, dann passt das schon.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahme, je länger so ein Spiel läuft, umso größer das Bedürfnis, seinen Groll rauszubrüllen.

Es lohnt sich nicht, das Geschehen auf dem Rasen näher oder ausführlich zu beschreiben, auseinanderzupflücken.

Positv aus Rot-Weisser Sicht:

Der ohne Frage sehenswerte Treffer in den oberen Winkel, durch Nico Lucas, zum zwischenzeitlichen Ausgleich (46.)

Dann noch der Schlusspfiff.

Positv aus Wattenscheider Sichtweise:

Das 1:0 durch Berkant Canbulut (45.)

Das 2:1 durch Berkant Canbulut (60.)

Natürlich gab es immer wieder mal Szenen, die an Fußball erinnerten. Ich denke da an Buckmaiers Großchance zum Ende der ersten Halbzeit. Auch den Lattentreffer von Platzek will ich nicht unterschlagen. Doch viel mehr Aufregendes geschah nicht, soweit ich mich erinnern kann. Das Spiel habe ich völlig nüchtern gesehen. Darauf bestehe ich!

Ganz nüchtern betrachtet, es war überwiegend eine Zumutung, dieses Gestochere, Ballgeschiebe und Gepöhle auf dem grünen Rasen zu verfolgen. Einzelkritiken erübrigen sich, wobei Heber, und in Ansätzen Scepanik, andeuteten, dass sie kicken können.

Von zwei schwachen, verlor die etwas schwächere Mannschaft. Also, ein gerechtes Resultat. Ich gönne es dem Verein aus Bochum 6.

Nach dem erneut enttäuschenden Auftritt der Rot-Weissen ist es nicht verwunderlich, wenn auch die Arbeit des Trainers hinterfragt wird.

Man kann schon die Uhr danach stellen, wann Nico Lucas ausgewechselt wird. Gestern durfte er 74 Minuten ran. Ob berechtigt oder nicht, lasse ich mal völlig außen vor, aber das Schema, die schon chronisch, gleichartige Maßnahme, ist auffällig. Ebenfalls auffällig, dass Timo Brauer häufig(er) frühzeitig den Platz verlassen muss. Während Remmo wenigstens hin und wieder ein paar Minuten ins Spielgeschehen eingreifen darf, traut Trainer Neitzel seinem „Schützling“ Hirschberger wohl rein gar nichts zu. Der muss ja grottenschlecht sein, wenn er noch nicht einmal das derzeitige Leistungsniveau der Mannschaft erreicht.

Momentan überwiegt bei mir der Frust. Vielleicht ist es besser, sich ein Stadionverbot zu verordnen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

Bis die Tage,

der Happo

Danke, Timo

Es gibt Dinge im Leben, da freut man sich, wenn es endlich vorbei ist. Auf Rot-Weiss Essen bezogen, ist es natürlich diese Saison.
Die noch anstehenden Spiele interessieren nicht wirklich. Da kommt mir glatt das alte Bundeswehrmaßband in den Sinn. Wieviel (Spiel-) Tage noch, inclusive Wattenscheid? Schere ansetzen und Zack, noch vier!

Die schaffen wir auch noch.

Aber es soll ja alles besser werden.

Deshalb drehen sie an der Hafenstraße jeden Stein um. Pech für Timo Brauer, ausgerechnet sein Stein befindet sich gut sichtbar, ziemlich weit oben. Timos Vertrag läuft aus, was bedeutet, keine Abfindungszahlungen, keine Mehrausgaben. Im Gegenteil, ein sicherlich für RWE-Verhältnisse über Tarif dotierter Arbeitsplatz wird frei. Für wen steht noch nicht fest. Oder doch?

Mit dem „Bürgermeister“ verabschiedet sich der Kapitän der Aufstiegsmannschaft aus dem Jahre 2011. Auferstanden aus Ruinen, hieß es damals. Timo Brauer war gemeinsam mit Vincent „Bone Crusher“ Wagner,  Leader dieser jungen Wilden, die mit Rot-Weissen Tugenden, auf und neben dem Platz, die Fans begeisterten und auch zurückholten.
Was nachher abging, ist bekannt.

Timo versuchte sein Glück in der Fremde. Aus der Ferne betrachtet, mit durchwachsenem Erfolg, was die sportliche Seite angeht. Jedenfalls gelang ihm der ganz große Durchbruch nicht wirklich.

Der Mensch neigt dazu, sich an (vermeintlich) schöne, erfolgreiche Zeiten zu erinnern. Gerne möchte man die Vergangenheit wiederaufleben lassen. Meist vergeblich.

Als die Rückkehr unserer Nummer Sechs verkündet wurde, jubelte ganz Rot-Weiss Essen. Dog Welling war es gelungen, den verlorenen Sohn für mindestens drei Jahre zu verpflichten. Alles bei einer Tasse Kaffee, munkelt man. Er sollte, wurde zum Zugpferd der Aktion Hoch3 auserkoren, ob er wollte oder nicht. Raus aus der Schweineliga, lautete das Motto. Nicht nur ich habe mich von der euphorischen Stimmung anstecken lassen.

Dann das erste Spiel in Wiedenbrück. Ein Wahnsinns-Comeback. Er war der Chef auf dem Platz. Und sogar Torschütze beim 2:0 Auswärtssieg. Sämtliche Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen.

Nur blieb es bei diesem One-Day-Hitwunder. Timo agierte in der Folgezeit mehr und mehr im Hintergrund. Hin und wieder flackerten seine Führungsqualitäten auf. Leider zu selten.
Ich kenne die Gründe nicht, ich weiß nicht, was und wer ihn hinderte, voranzugehen. Selbst ich habe erkannt, er ist kein Spielmacher, kein Dribbelkönig. Sein Standing innerhalb der Mannschaft und bei den Fans ist nach wie vor hoch.
Er taugt nicht als Sündenbock für die Misere der letzten drei Jahre. Ich sehe ihn allerdings auch nicht als Opferlamm. Gefühlslos gesagt: So ist das Geschäft.


Möglicherweise hängt die Anpassung seiner Leistungsbeurteilung mit der Person Nowak zusammen. Ich kann es nur vermuten.

Ob die Entscheidung richtig oder falsch ist, wird die Zukunft zeigen.

Ich sage Danke Timo, für Deinen nimmermüden Einsatz für Rot-Weiss Essen. Wenn der Name Brauer fällt, rümpfe ich nicht die Nase, sondern verbinde ihn mit Offenheit, Einsatz und Bodenständigkeit.

Eine Seltenheit heutzutage.

Geheimnis gelüftet

Nun ist es also gelüftet, das Geheimnis um den Namen des neuen Sportlichen Direktor von Rot-Weiss Essen:  Gestatten Nowak, Jörn Nowak, Der Zeitpunkt der Verkündung, hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack, Wer auch immer die undichte Stelle gewesen sein mag, ein fairer Sportsmann ist das auf keinen Fall! Aus Sicht der Oberhausener wäre ich richtig sauer. Ausgerechnet jetzt, wo sie der Viktoria aus Köln ernsthaft den Aufstiegsplatz streitig machen, wirft jemand unsportliche Knüppel zwischen deren Beine. Völlig egal hierbei, wie ich zu Rot-Weiß Oberhausen stehe.

„Jörn Nowak hat in den vergangenen Jahren in Oberhausen hervorragende Arbeit geleistet und den Verein sowohl im Senioren- als auch im Nachwuchsbereich Stück für Stück weiterentwickelt“, so Marcus Uhlig in seinem offiziellen Statement zur Personalie Nowak. Solche Stellungnahmen nehme ich schon lange nicht mehr wirklich ernst. Was sollen die Verantwortlichen auch groß anders sagen, als lobende Worte über Neuzugänge zu finden? Geschenkt!


Wie hoch Jörn Nowaks Anteil am Erfolg der Oberhausener tatsächlich ist, kann objektiv oder seriös niemand behaupten. Wohlmöglich hat der Aufschwung von RWO mehr mit Mike Terranova zu tun? Oder liegt an Beiden, am Kader, am Umfeld? Ich traue mir da kein Urteil zu, positiv wie negativ.

Überraschend ist die Entscheidung allemal. „Ihn“ hatte ich nie auf den Zettel. Da waren ganz andere, sogenannte Hochkaräter in der Pipeline, Rettig, Arnold, Allofs. Darfs noch ein bisschen mehr sein?!

Ich staune immer aufs Neue, wie man es schafft, bei einem Verein einen Fulltimejob auszuüben, gleichzeitig aber die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft beim anderen Club stellen kann. Alle Achtung, wer solche Herausforderungen bewältigt!

Wie auch immer, ich werde mich gedulden müssen, abwarten, wie die neue Saison verläuft, um abzuschätzen, ob RWE einen Coup mit Jörn Nowak landen konnte.  

Zu wünschen wäre es uns.

Aachen Blues

Sie sangen: „Gegen Aachen, kann man mal verlieren!“

Stimmt. Die haben Recht. Alemannia schlägt Rot-Weiss Essen mit 2:0 und zwar absolut verdient. Wie schon gegen Uerdingen, reichte ein frühes Gegentor, um die taktischen Vorgaben von Kalle Neitzel zu schreddern.

Flanke von rechts. In der Mitte steht Aachens Idrizi völlig frei vor dem Tor, kann ungehindert per Kopf zum 1:0 vollenden. Lange Gesichter bei den in überschaubarer Anzahl angereisten RWE-Fans. Ich kann niemanden verdenken, zu Hause geblieben zu sein oder Geld und Freizeit anderweitig, wahrscheinlich sinnvoller, zu nutzen. Wenn man dann noch wie ein Schwerverbrecher zahlreiche Kontrollen – welche weniger der Sicherheit, eher der Schikane dienen – über sich ergehen lassen muss, dann kommt unweigerlich Frust auf.

Von Frust war auf dem Rasen weniger zu spüren. Die „Roten“ spielten scheinbar unbeeindruckt ihren Stiefel runter. Monoton, ohne Zug zum Tor, Breitbandfußball.  

Über 20 Minuten waren gespielt, als Benny Baier mit einem Distanzschuss knapp das Aachener Gehäuse verfehlte. Es sollte bis zur 85.Minute dauern, bis Essen sich eine echte, wirklich klare Torchance erspielen konnte. Ein Aachener Verteidiger rettete für seinen geschlagenen Torhüter kurz vor der Torlinie. Pech für Platzo.

Dazwischen musste Philipp Zeiger das Feld (15.) verletzungsbedingt verlassen. Tomiak konnte ihn eins zu eins ersetzen.

Die Vorentscheidung dann bereits in der 32.Minute. Bartarilo´s Geschoss prallte vom Innenpfosten in das von Robin Heller gehütete Tor. Unhaltbar!

Die Hausherren waren Herr im Hause, blieben es auch bis zum Schlusspfiff.

Rot-Weiss mühte sich mehr schlecht als recht, die Partie offen zu gestalten. Von Aufbäumen kann aber keine Rede sein.

Die Verletztenliste ist schon bedrohlich lang. Liest man die dort aufgeführten Namen, dann wird mir klar, auf dem Feld fehlt es einfach an Qualität. Der Kader weist ein starkes Leistungsgefälle auf, der einfach zu groß ausgefallen ist. Wie sonst ist zu erklären, dass Youngster Hirschberger bisher nicht eine Sekunde Regionalligaluft einatmen durfte. Gestern wäre meiner bescheidenen Meinung nach, ein Einsatz durchaus gerechtfertigt gewesen. Deutlicher kann Kautsch Neitzel nicht zeigen, was er von dem Mittelfeldspieler hält.

Dagegen durfte – oder soll ich besser schreiben, musste – Ismail Remmo nach gut einer Stunde ins Spielgeschehen eingreifen. Dafür gleich sechs Positionswechsel in Kauf nehmen? Gab es keine weitere Option?  Diese Frage stelle ich mir als Laie.

Die Kritik am Trainer wird lauter. Ich war bekennender Fan von ihm und seiner Fachkompetenz. Einige Maßnahmen kapier ich allerdings nicht. Kann daran liegen, dass ich nur Fan bin, auch nicht weiß, was hinter den Kulissen alles so abgeht. Wohlmöglich herrscht dort Ungewissheit, wer demnächst das Sagen hat, wer die Richtung vorgibt, wer der starke Mann sein wird.

Klarheit schaffen – Jetzt!

Ein Randthema möchte ich noch ansprechen. Die Zukunft der Frauenmannschaften. Sicherlich nicht DER Burner unter den Fans. Mich interessiert allerdings schon, warum die Erste Mannschaft, ähh Frauschaft, vom Spielbetrieb abgemeldet wurde. Liegt es wirklich an fehlenden Spielerinnen oder muss sie wegen der neuen U23 weichen?

Personelle Entscheidungen beherrschen die Diskussionen, die restlichen Meisterschaftsspiele laufen nur noch nebenher.

Eine frustrierende Situation.

Einen, DEN Messias gibt es nicht. Bei Rot-Weiss Essen muss sich Grundlegendes verändern, nicht nur finanziell.

Bis irgendwann dann…..

P.S. Bei aller Enttäsuchung, bei allem Ärger: Kritik ja, aber ohne Hetze.