Der Schreck vom RWE holt einen Punkt beim Schreck vom Niederrhein

Geht es wirklich mit rechten Dingen zu, wenn Rot-Weiss Essen gegen den SC Wiedenbrück antreten muss?

Ist doch nicht normal alles.
Wie kann es sein, dass ausgerechnet dieser Verein aus Ostwestfalen den Roten regelmäßig solch große Probleme bereitet?

Einer von mehreren Gründen sehe ich in diesem „verdammten“ Keeper Marcel Hölscher. Seit nunmehr 10 Jahren hütet der ehemalige U18-Nationalspieler das Tor des SC. Wenn es gegen RWE geht, mutiert er zu einem schier unüberwindbaren Octopus.   

Vor allen Dingen bei der Auswärtspartie letzte Saison im Jahnstadion wuchs „Hölle“ über sich hinaus und war damit mitverantwortlich, dass Essen am Ende nicht aufgestiegen ist.  

Die erneute Punkteteilung wird allerdings keine solch dramatischen Auswirkungen nach sich ziehen. In dieser Spielserie ringen mehrere Konkurrenten um den Platz an der Sonne. Bestes Beispiel das Remis im Verfolgerduell WSV gegen RWO.

Spiele gegen den SCW laufen im Grunde genommen immer nach dem gleichen Drehbuch ab.

Rot-Weiss versucht das Abwehrbollwerk zu knacken. Wiedenbrück verteidigt mit Mann und Maus, traut sich nur in die gegnerische Hälfte, wenn sie dazu genötigt werden.

Für Daniel Davari hätte auch ein weiterer Feldspieler auflaufen können. Musste er überhaupt einen Ball halten?

Kefkir und zweimal Engelmann vergaben beste Möglichkeiten, der ersehnte Führungstreffer wollte nicht fallen.

Stattdessen Rot für Daniel Heber. Ausgerechnet Heber. In der 42. Minuten verliert er den Ball an Zahn, zieht an dessen Trikot und sieht berechtigterweise Rot. Im Grunde genommen hat er lediglich die Vorgabe von Trainer Christian Neidhart umgesetzt, auch mal ein taktisches Foul zu begehen, um ein Gegentor zu verhindern.

Ärgerlich, aber wohl noch zu verkraften. Weitaus schlimmer die Nachricht von seinem Wadenbeinbruch, den er sich einige Minuten vorher bei einem Zweikampf zugezogen hat. Einen Spieler mit solchen Fähigkeiten kann man auf Dauer nicht eins zu eins ersetzten. Defensiv eher, als für den Spielaufbau und bei Standards im gegnerischen Strafraum.

Zusätzlich dann noch die Verletzung vom eingewechselten Kevin Holzweiler. Das Knie. Wie bei Erolind Krasniqi bleibt die Hoffnung auf schnelle Heilung.

Trotz aller Bemühungen, ein Torerfolg blieb den Neidhart-Schützlingen versagt. Was willste machen, wenn selbst der Kopfball von Felix Bastians noch von der Linie gekratzt wird.

Zur Klarstellung: RWE zog kein Feuerwerk ab und Chancen ergaben sich auch nicht im Minuten-Takt. Als Sieger hätte der Tabellenführer trotzdem vom Platz gehen müssen.

Das Ergebnis entspricht der Zuschauerzahl: Etwas enttäuschend, dieser Samstagnachmittag im Stadion Essen.

Aber Spitzenreiter sind „wir“ immer noch. Und das bleibt auch so!

Die Fakten zum Spiel:

RW Essen: Davari – Plechaty, Alonso, Heber, Bastians – Kefkir (76. Tarnat), Grote, Dürholtz (76. Herzenbruch), Young (76. Heim) – Engelmann, Harenbrock (68. Holzweiler). Im Aufgebot: Golz (Tw), Langesberg, Zimmerling, Voelcke.

SC Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Böhmer, Zech, Pudel, Hüsing – Kaptan (89. Geller), Liehr, Lohmar – Zahn (61. Aciz), Harouz (90. +1 Özer). Im Aufgebot: Beermann (Tw), Osawe, van der Veen, Ruzgis,Meier.

Zuschauer: 9.000

Schiedsrichter: Christian Scheper (Emstek).

Rote Karte: Daniel Heber („Notbremse“)

Gelbrote Karte: Hendrik Lohmar (51. – wiederholes Foulspiel)

Gelbe Karten: Grote (Foul) – Aciz (Zeitspiel).

Ecken: 12:1 (4:0)

Legende

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Tabellenführung gegen Underdog verteidigt

Mittelmaß vom Spitzenreiter