Drei Tore – Drei Punkte – Platz Drei

Phrasenschwein an:

Lippstadt war der erwartet schwere Gegner. Wer solche Spiele gewinnt, kann Meister werden.

Phrasenschwein aus.

Meisterlich war es nicht, was RWE gegen den Gast aus Lippstadt ablieferte.

Das Spielniveau entsprach der Höhe der getretenen Ecken der Rot-Weissen. Erinnerungen an Ferhat Kiskanc wurden wach. Allesamt kniehoch. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Partie lockte trotz des miesen Wetters und trotz der Corona-Virus Schlagzeilen immerhin noch 8695 Zuschauer an. Der RWE-Virus ist halt resistent gegen die aufkeimende Epidemie.

Bei Bekanntgabe der Mannschaftaufstellung fehlte ein Name, den sämtliche Anhänger auf ihrem Zettel hatten: Daniel Heber. Verletzungsbedingt musste er passen und Scheff-Kautsch Chirstian Titz umdisponieren.

Matuwila, Hildebrandt und Alex Hahn bildeten die neue Dreierkette.

RWE übernahm von Beginn an die Initiative. Lippstadt, der Verein mit den ehrlichen Emotionen, zog sich zurück, baute ein dichtgestaffeltes Abwehrbollwerk auf.

Kefkir, mit einem spektakulären Fallrückzieher und „Kaptiano“ Kehl-Gomez, mit einem Kopfball (nach einer von zwei höher getretenen Eckbällen) setzten kleine Ausrufezeichen. Mehr aber auch nicht.

Stattdessen das 0:1.

Wie so oft in dieser Saison.

Rot-Weiss verlor im Mittelfeld den Ball, der direkt auf die linke Angriffsseite weitergeleitet wurde, Hereingabe nach innen … Kaiser vollendete freistehend und mühelos.

Die Homberg-Pleite ließ grüßen.

Essen auch nach dem schon fast obligatorischen Rückstand mit größeren Spielanteilen. Nur das Tor der Gäste geriet kaum in Gefahr.

Im Gegenteil. Dem Kaiser hätten sie sicherlich eine Krone aufgesetzt, wenn er gut eine Viertelstunde nach dem Führungstreffer, das 2:0 aus Lippstädter Sicht erzielt hätte. Eine Zeigerumdrehung weiter, verhinderte Alex Hahn einen höheren Rückstand.

Lediglich Dorow besaß eine hochkarätige Chance. Sein Kopfball verfehlte denkbar knapp das Gehäuse von Keeper Balkenhoff.

Zur Halbzeit wurde die Titz-Elf mit einigen Pfiffen in die Kabine verabschiedet.

Ansonsten war der Support besser, als die Leistung der Mannschaft.

Die Anfeuerungsgesänge wurden nach dem Seitenwechsel immer intensiver. Das lag auch an der nun aggressiveren Spielweise der Gastgeber.

Mit Jan Neuwirt (für mich überraschend) und „Adiole“ Adetula für Kefkir und Matuwila, wechselte CT mehr Schnelligkeit ein.

Erneut vergab Dorow eine Riesenmöglichkeit. Tore erzielen kann er derzeit einfach nicht. Nach knapp einer Stunde, lag RWE immer noch hinten und Christian Titz brachte Neuzugang Pronichev für den diesmal neben sich stehenden Amara Conde´.

Dann die 69.Minute – wie ich nachgelesen habe.

Anstelle von Elfmeter entschied der gut und unaufgeregt pfeifende Unparteiische Niklas Dardenne, Sohn von Schiri-Legende Georg, auf Eckstoß.

Ausgerechnet der dreizehnte brachte Glück. Und ausgerechnet der bis dahin unglücklich kämpfende Marcel Platzek, gelang der ersehnte Ausgleichstreffer.

Wildfremde Leute lagen sich in den Armen. Niemand dachte mehr an die Gefahren des Corona-Virus.

Zur Belohnung durfte der Torschütze Feierabend machen. Dafür kam (erneute Überraschung) der vielgescholtene Hamdi Dahmani in die Partie. Auch unausgesprochen überwogen die Zweifel an dieser Maßnahme unter den Fans.

Einmal mehr musste ich Abbitte leisten. Kaum auf dem Platz, wuchtete des Ex-Kölner Fortune das nasse Spielgerät aus gut 18 Metern in den Giebel. Was für ein Comeback! Die Frage ist nur, für wie lange.

Unerklärlich, warum die Roten nach der Führung die Angriffsbemühungen einstellten. Lippstadt schien zu diesem Zeitpunkt platt und geschlagen.

Doch erneut mussten die Fans zittern. Nicht nur wegen des nasskalten Wetters.

Als in der 91.Minute ein Lippstädter ungehindert aus nächster Nähe abzog, fiel mir alles aus dem Gesicht. Das war´s, dachte ich. Keine Ahnung wie, aber irgendwie lenkte Jakob Golz den Ball noch an die Latte. Was für ein „Safe“. Jakob, Du bist ein Fußballgott!

Es kam noch besser. Maximilian Pronichev erledigte das, wofür man ihn verpflichtete. Er erzielte ein Tor. Machte endgültig den Deckel zu. Cool, wie er den Torhüter der Gäste umkurvte und zum 3:1 Endstand einnetzte.

Sportdirektor Jörn „Maximalus“ Nowak dürfte dieser Treffer besonders gut gefallen haben.

Verdienter, glanzloser Sieg. Drei Punkte mehr. Ein Spiel an der Hafenstraße kostet in dieser Saison nicht nur Eintrittsgeld, sondern auch ´ne Menge Nerven.

Wer Entspannung sucht, der sollte um das Stadion Essen einen großen Bogen machen.

Doch bei aller negativen Kritik, eines muss man der Mannschaft lassen:
Aufgeben ist für die KEINE Option. Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.

Übrigens, ob sich Kautsch Christian Titz nach dem Spiel noch mit Lippstadts Video-Analystin Annika Flaßkamp getroffen hat, um das Spiel aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, entzieht sich meiner Kenntnis. ????

Wir sehen uns in Wattenscheid. Vielleicht klappts da mit einem ungefährdeten Sieg.

Gegen Haltern. Ich will nicht noch schneller altern.  

Rot-Weisse Grüße

der Happo

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Allerlei Tritte

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