Essen souverän

Grundsätzlich bin ich optimistisch gestimmt, wenn es um RWE in DIESER Saison geht.

Doch diesmal war ich schon ein wenig nervös. Was ist, wenn das heute schief geht?

Jetzt, im Nachhinein, sehe ich die Lage entspannt, erleichtert.

Während die erste Halbzeit noch größtenteils ausgeglichen verlief, zeigte RWE in beeindruckender Weise, welch großes Potential in dieser Truppe steckt.

Man kann sich die Frage stellen, liegt es am ausgewiesenen Fachwissen des Trainers oder an der Spielintelligenz und Vielseitigkeit seiner Schutzbefohlenen? Und wer hat den “Kautsch” verpflichtet?

Der Erfolg hat tatsächlich viele Väter. Im Zusammenhang mit RWE 2021 stimmt diese Lebensweisheit.

Kapitän Kehl-Gomez auf der Plechaty-Position, Felix Backszat und Steven Lewerenz bekamen Gelegenheit, sich zu bewehren.

Alle Drei erfüllten ihre Aufgaben, genügten wahrscheinlich selbst den gehobenen Ansprüchen von Christian „The Rock“ Neidhart.

Gut, es dauerte, bis ich zu dieser Erkenntnis gelangte. Fortuna Köln ist schließlich kein Fallobst wie Finn Porath. Was dieser Mannschaft fehlt, ist Torgefährlichkeit.

Erfolgversprechende Ansätze, mehr aber auch nicht.

Da sich auch RWE keine hochkarätigen Möglichkeiten herausspielen konnte, war ich mit der Nullnummer bis zum Halbzeitpfiff nicht unzufrieden. Es geht nichts über Gerechtigkeit.

Langweilig empfand ich das Geschehen trotzdem nicht. Das Mittelfeld-Duo Harenbrock-Backszat hatte es mir angetan. Zwei Kicker, spielfreudig, technisch beschlagen, immer für eine Überraschung gut. In der Hinterhand lauert zudem “Quarterback”Dennis Grote, jederzeit bereit, den tödlichen Pass zu spielen.

Die zweiten 45 Minuten verliefen beeindruckend, aus Sicht der Rot-Weissen.

Zunächst scheiterten Simon Engelmann und Kevin Grund am Kölns Keeper Schünemann (49.). Drei Minuten später bediente Kevin G. den aufgerückten Marco Kehl-Gomez, der leider aus fünf Metern Entfernung den Ball knapp am weit geöffneten Tor vorbeischob.

Endlich das 1:0!

Engelmann leitete den Ball gefühlvoll per Kopf auf den freistehenden Kefkir, der in Simon-Manier eiskalt verwandelte. Die Soccerwatch TV – Spieluhr zeigte die 59.Minute an.

Young, kurz vorher eingewechselt, ließ einige Kölner alt aussehen, zirkelte das Spielgerät auf den einschussbereiten Engelmann, doch ein Abwehrbein verhinderte die Vorentscheidung.

Essens Nummer 11 trug sich heute zwar nicht in die Torschützenliste ein, überzeugte, wie jeder Akteur, durch Einsatzwille und mannschaftsdienlichem Spiel. Dabei ließ er seinen Gegenspieler Löhden oft klein aussehen. Der lange Kapitän der Gäste sollte es nach gut 70 Minuten vorne richten.

Dieser Schachzug brachte nicht den erhofften Erfolg für die Gäste.

Stattdessen der K.O. in der 82.Minute.

Kevin Grund hob mal wieder seinen rechten Arm, um einen Freistoß von der linken Seite, Höhe Strafraumgrenze auszuführen.

Egal ob er den Ball flach, halb hoch, hoch, Richtung langen Pfosten oder zurück befördert, der rechte Arm gehört in die Höhe gerissen. Ganz schön gerissen, der Kevin.

Felix Backszat erahnte die Flugbahn und köpfte völlig unbehindert zum 2:0 ein.

Gratulation an Felix, dem Glücklichen. Dass er was im Kopf hat wusste die Fan-Gemeinde, aber seine Kopfballstärke war mir bisher unbekannt.

Auf meinem TV-Bildschirm drehten sich kurz danach nur noch Punkte. Soccerwatch lieferte nicht mehr. An meiner langen Leitung lag es nachweislich nicht.

Verpasst habe ich nicht mehr viel.

Das Beste konnte ich prima mitverfolgen.

Eine geschlossene Mannschaftsleistung, variantenreiches Spiel, taktische Finessen vom Kautsch.

So kanns weitergehen. So geht Aufstieg!  

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Geschrieben von Happo

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