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Musik, Film, Bücher

Zitat von Der Herr Ex am 19. Oktober 2019, 21:18 Uhr

………. Wer CANNED HEAT nicht kennt, hat die Rock´n´Roll-Welt verpennt ! Geht ja wohl gaaaaar nicht !

Ich habe gar nichts verpennt. Und schon gar nicht gute Musik, die noch mit der Hand gemacht wurde.

Canned Heat hat im Laufe der Jahre mit vielen unterschiedlichen Besetzungen gespielt. Viele Bandmitglieder sind leider durch zuviel Drogen zu früh aus dem Leben geschieden. auch darüber muß man reden, wenn man sich über die Musik der 60er und 70er austauscht.

Ich verbinde Canned Heat vor allem mit Larry "The Mole" Taylor, Bob "The Bear" Hite und Alan "Blind Owl" Wilson.  Aber egal wer im Laufe der Jahrzehnte auf der Bühne stand, es waren alles Vollblutmusiker, die es einfach konnten.

Der mit Abstand Begabteste und Beste, für mich, war Clarence Gatemouth Brown. Er spielte neben Gitarre noch Mundharmoika, Drums und andere Instrumente und singen konnte er auch. Egal wo er draufhaute, reinblies oder dran zupfte, es kam unwahrscheinlich sensible und emotionale Musik dabei heraus. Wenn der Begriff Vollblutmusiker auf Jemanden wirklich zutrifft, dann ist es Clarence Gatemouth Brown.

Obwohl er eine internationale Karriere hinlegte und auf allen Kontinenten spielte, ist er dem breitem Publikum wahrscheinlich nicht bekannt. Oder vergessen. Mir ist das schleierhaft, aber vielleicht hatte er die falschen Manager, oder es war ihm egal. Meines Erachtens müßte man ihn in einem Atemzug mit Jimmi Hendrix, B.B. King, Otis Redding, Muddy Waters, Howlin´ Wolf, Chuck Berry , Little Richard und so weiter nennen.

Da Du, @der-herr-ex, Dir das Album von Canned Heat in Montreux gekauft hast, wirst Du ihn kennen. Wenn nicht, schau Dir mal folgende Auftritte von ihm an. Es sind mehrere Videos hintereinander. Würde mich interessieren, ob Du ihn kennst, und was Du von ihm hältst.

 

Zitat von Der Herr Ex am 19. Oktober 2019, 21:18 Uhr

Hab´ mir erst gerade vor knapp einer Woche ihren Live-Auftritt beim Blues u. Jazz-Festival in Montreux 1973 zugelegt

Das Festival in Montreux ist legendär. Nicht nur, weil 1971 das gesamte Equipment von Frank Zappa abgefackelt ist, was Ritchie Blackmore dazu veranlaßte "Smoke on the Water" zu schreiben.

Zitat von Der Herr Ex am 19. Oktober 2019, 21:18 Uhr

In Form einer Doppel-Vinyl, so wie es sich für diese affengeile Mucke aus dieser Zeit eben nunmal gehört ! Und das Dingens klingt einfach phantastisch ! Ich bin nach wie vor der vollsten Überzeugung, daß der Sound von Vinyl unschlagbar ist …. einfach komplett ANALOG ohne irgendwelchen digitalen "Nachbearbeitungs-Schnickschnack" !

Meine komplette Anlage, bestehend aus Revox Plattenspieler, Teufel Lautsprecher und Pioneer Röhrenverstärker, sowie geschätzte 1.200 Schallplatten, hat im Rahmen meiner Scheidung die Seiten gewechselt. Da waren ein paar Schätzchen dabei, die ich schon manchmal vermisse.

Ich sehe das aber auch so. Blues hört man am besten von einer Schallplatte. Oder noch besser, life.

Zitat von Der Herr Ex am 19. Oktober 2019, 21:18 Uhr

Alles NEU und FRISCH und so noch nie zuvor dagewesen - Aufbruchstimmung allenthalben. In dieser Zeit wurden endgültig "alte Zöpfe" abgeschnitten und ein völlig neues Lebensgefühl kreiert ! Heute so nicht mehr wiederholbar …. befürchte ich !

Gerade in diesen Tage wäre en Wiederholung wünschenswert. Und dringend erforderlich. Keine Kopie des dagewesenen, sondern mit einer  Neuausrichtung. Vielleicht kann die Kraft der Musik dabei helfen. Ich glaube es nicht.

Hi Stefan !

Jau - Clarence ist mir selbstverständlich ein Begriff ! War er aber auch schon bevor ich mir die CANNED HEAT - Platte gekauft hatte. Den Auftritt von Montreux kann man übrigens auch in voller Länge bei "YouTube" schauen ( nur mal so nebenbei ) !

Clarence Gatemouth Brown ging es ganz einfach so, wie den allermeisten schwarzen Blues-oder auch Soul-Musikern - Sie hatten in ihrem Heimatland sehr lange Zeit einen sehr schweren Stand - vor allem eben beim überwiegenden  Teil des weißen US-Publikums. Weitaus mehr Ansehen genossen diese Jungs von Anfang an in Europa ! Und zwar völlig zu Recht ! Was wären z.B. die STONES ohne diese schwarzen Urväter des Blues ( Muddy Waters …. gewissermaßen ja sogar Namens-Geber für die Band !!! , John Lee Hooker, Robert Johnson und noch viele andere mehr ) ? Muß man nur mal den guten Keith fragen - der weiß nur zu genau, wem er es zu verdanken hat, daß er zusammen mit dem "Rest" der Truppe eine solche Karriere hinlegen konnte ….

Richtig gutgemachte Musik kommt aus der Tiefe der Seele - und gerade die schwarzen Musiker schäuten sich nie, für ihre Musik ihr innerstes Empfinden nach Außen zu kehren. Das ist ehrlich und authentisch, ohne jeden Schnickschnack ! Und deshalb auch bis heute nicht wirklich "totzukriegen". Man merkt eben über kurz oder lang sehr wohl, ob es jemand ehrlich meint und "echt" rüberkommt, oder alles nur aufgesetzte, dem Kommerz unterworfene Show ist !

Fast schon wie im "richtigen" Leben ……..

In diesem Sinne - and ROCK ON !!!

@der-herr-ex

Montreux 1997 - was hälst Du davon ?

 

@Traumzauberer, das wird dem Jupp bestimmt gefallen. Geniale Musiker, keine Frage. Ich bewundere ihre Fähigkeiten an den Instrumenten. Mein Herz hinkt bei dieser Art von Musik trotzdem ein wenig hinterher. Sie "Zündet" halt nicht so recht bei mir.

Wo Du Billy Cobham ins Spiel bringst, einem der weltbesten Drumer schlechthin, fiel mir Ginger Baker ein. Der Hexer an den Toms.🙂

Leider verstarb das ehemalige Cream-Mitglied am 06.10.2019.

Hier der Artikel von Zeit-Online..

Ginger Baker ist tot

Er spielte zusammen mit Eric Clapton und Jack Bruce. Nun ist der Schlagzeuger des Rock-Trios Cream im Alter von 80 Jahren gestorben.
Cream-Schlagzeuger: Ginger Baker, ein extremer Musiker mit einem extremen Lebensstil
Ginger Baker, ein extremer Musiker mit einem extremen Lebensstil © MJ Kim/​AP/​dpa

Ginger Baker, Schlagzeuger des legendären Rock-Trios Cream, ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Seine Familie teilte am Sonntag per Twitter mit: "Wir sind sehr traurig zu sagen, dass Ginger an diesem Morgen im Krankenhaus friedlich entschlafen ist."

Baker bildete mit Gitarrist Eric Clapton und Bassist Jack Bruce von Juni 1966 bis November 1968 die Supergruppe Cream. Zu den großen Hits der Gruppe gehörten White Room, I Feel Free und viele andere Songs. Baker führte bei den Reunion-Konzerten in der Londoner Royal Albert Hall im Mai 2005 sein Schlagzeugsolo Toad auf, das seinen Ruhm als einer der besten Schlagzeuger der Rockmusik begründete.

Nach Cream war Baker auch bei der ebenfalls kurzlebigen Supergruppe Blind Faith mit Clapton und Steve Winwood dabei. 1970 gründete er Ginger Baker's Airforce.

Und hier eine Kostprobe seines außergewöhnlichen Könnens:

Hallo Stefan !

Sorry für die etwas verspätete Antwort !

Ganz ehrlich muß ich sagen, daß mir das schon ein wenig zu sehr ins "Jazzige" geht - und da geht´s mir irgendwie wie unserem heutigen Geburtstagskind - das packt mich nicht wirklich richtig. Ist mir persönlich zu "frickelig" …. irgendwie zu viel des Guten. Technisch absolut hervorragend gespielt - überhaupt gar keine Frage - das sind alles wirkliche Top-Musiker ! Aber mich berührt diese Art Musik nur sehr sehr bedingt. Ist mir irgendwie zu "kalt" - und "erwischt" mich nicht in meiner Seele. Ich besitze zwar das Album "SPECTRUM" von Billy Cobham, aber ich muß ganz ehrlich zugeben, daß ich die Platte vielleicht maximal 2 - 3 mal gehört habe, seit ich sie mir irgendwann Mitte der Achtziger Jahre mal gekauft hatte !

Bei mir geht die Tendenz dessen, was ich gerne so höre, entweder vom Blues weg ins "erdig" Rockige ( STONES, FACES, PETER GREEN´S FLEETWOOD MAC, HUMBLE PIE und wie die "Kollegen" sonst noch so hießen und heissen … ) oder aber dann auf der anderen Seite gleich ganz tief rein in den "dunkelschwarzen" elektrisch verstärkten Blues mit so Leuten wie HOUND DOG TAYLOR, R.L.BURNSIDE, T-MODEL FORD oder BUDDY GUY etc. !

Das ist dann schon gaaaaaaaanz erdige staubtrockene Mucke - ganz simpel gespielt - aber voller Authentizität ! Die Jungs "vermusifizier(t)en" ihr tatsächlich gelebtes Leben - Ohne jeden unnötigen Firlefanz - oft in kleiner Trio-Besetzung ( Gitarre, Bass, Schlagzeug ). Ich für meinen Teil find das saustark - und das ist dann auch Musik, bei der ich SOFORT voll "mit dabei bin" ! Das ist dann aber auch zugegebenermaßen eher keine Musik mehr für "weisse" Ohren … jedenfalls in der überwiegenden Mehrheit eher nicht ! Da muß man dann glaube ich schon ein wenig "anders" draufsein, um diese tiefschwarze Art der Musik zu mögen - so wie der bekanntermaßen "bekloppte" Herr des Südens eben ……… 😛

Wie Du siehst - Die Geschmäcker in Sachen Musik könnten unterschiedlicher kaum sein ! Und definitiv nichts läge mir ferner, als zu sagen, das und nur DAS ist wirklich richtig gute Musik - und alles andere nicht ! Völliger Quark ! Jeder mag und liebt eben "SEINE" Musik und kann mit dem, was andere so hören eben nunmal rein gar nichts anfangen - Total normal !

Deswegen ist das Angebot an Mucke ja auch so groß - Irgendwie für jeden was dabei - GUT SO !

In diesem Sinne …………. aaaaaand :  It´s Only Rock´n´Roll but we like it !!!

Zitat von Der Herr Ex am 22. Oktober 2019, 15:03 Uhr

Bei mir geht die Tendenz dessen, was ich gerne so höre, entweder vom Blues weg ins "erdig" Rockige ( STONES, FACES, PETER GREEN´S FLEETWOOD MAC, HUMBLE PIE und wie die "Kollegen" sonst noch so hießen und heissen … ) oder aber dann auf der anderen Seite gleich ganz tief rein in den "dunkelschwarzen" elektrisch verstärkten Blues mit so Leuten wie HOUND DOG TAYLOR, R.L.BURNSIDE, T-MODEL FORD oder BUDDY GUY etc. !

Das ist dann schon gaaaaaaaanz erdige staubtrockene Mucke - ganz simpel gespielt - aber voller Authentizität ! Die Jungs "vermusifizier(t)en" ihr tatsächlich gelebtes Leben - Ohne jeden unnötigen Firlefanz - oft in kleiner Trio-Besetzung ( Gitarre, Bass, Schlagzeug ). Ich für meinen Teil find das saustark - und das ist dann auch Musik, bei der ich SOFORT voll "mit dabei bin" !

Beim Blues bin ich bei Dir.  Höre ich auch am liebsten. Dazu gerne Country, oder eben Countryblues. 😛

Ich höre auch anderes Zeug. Gerne auch (deutsche) Liedermacher. Oder ganz was anderes, zum Beispiel Leonhard Cohen, oder den irischen Ausnahmemusiker Shane McGowan. Überhaupt mag ich irische Musik, und damit meine ich jetzt nicht in erster Linie die Dubliners. Frank Sinatra finde ich toll.

Wichtig ist mir, das Musik mit Instrumenten von Menschen gespielt wird. Wenn ich sehe, daß die Showeinlagen, Computereffekte, Klamotten und tänzerische Einlagen wichtiger sind, als die Musik selbst, interessiert mich das nicht.

Zitat von Der Herr Ex am 20. Oktober 2019, 15:01 Uhr

Clarence Gatemouth Brown ging es ganz einfach so, wie den allermeisten schwarzen Blues-oder auch Soul-Musikern - Sie hatten in ihrem Heimatland sehr lange Zeit einen sehr schweren Stand - vor allem eben beim überwiegenden  Teil des weißen US-Publikums.

Ich bin da absolut Deiner Meinung.

Blues ist auch und vor allem Ausdruck einer Leidensgeschichte, die eigentlich bis heute andauert. Schwarze Musik ist eben schwarze Musik.  Kann man versuchen nachzuahmen - klappt aber nicht. Meiner Meinung nach.

Es gibt eine ganze Reihe hervorragender weißer Musiker. Technisch perfekt, alles da. Aber schwarze Musik ist eben doch nochmal was anderes. Mene Meinung. Kann man anders sehen.

Zitat von Der Herr Ex am 20. Oktober 2019, 15:01 Uhr

Was wären z.B. die STONES ohne diese schwarzen Urväter des Blues ( Muddy Waters …. gewissermaßen ja sogar Namens-Geber für die Band !!! , John Lee Hooker, Robert Johnson und noch viele andere mehr ) ? Muß man nur mal den guten Keith fragen - der weiß nur zu genau, wem er es zu verdanken hat, daß er zusammen mit dem "Rest" der Truppe eine solche Karriere hinlegen konnte ….

Ich habe letztes Jahr die Biographie von Keith Richards "Life" gelesen. Kann ich unbedingt empfehlen.

Er beschreibt die Anfänge der Band ganz genau, und Du hast völlig Recht, daß Muddy Waters, Little Richard und Howlin Wolf zu den Vorbildern zählten. Vielleicht auch deshalb, weil diese Musik von den amerikanischen Radiosendern übertragen wurde, die man in England empfangen konnte.

So richtig erreichen tun mich die Stones allerdings nicht. Nach den Anfängen ist es doch ziemlich schnell eine sehr kommerzielle Band geworden. Für mich sind sie so etwas wie der FC Bayern, oder Uli Hoeneß,  der Musik. Ich bewundere ihre Lebensleistung und die Tatsache seit mehr als 50 Jahren ganz oben zu sein. Ich respektiere die Leistung, bin aber ziemlich emotionslos dabei.

Keith Richard mag da eine Ausnahme sein, weshalb ich mir seine Biographie durchgelesen habe. Von den anderen Dreien hätte ich mir die Lebensgeschichte wohl nicht reingezogen.

Kauf Dir mal das Buch.  Keith Richard, "Life". Ich fand es toll.

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