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Was ich noch loswerden möchte

Zitat von Happo am 6. Februar 2021, 11:09 Uhr

Es gibt für MICH keinen Grund mehr, weiter in die Diskussion über die Gefährlichkeit der AfD oder auch Lügenpresse (sinngemäß) einzusteigen. Mein Standpunkt steht.

 

Für mich gibt es auch keinen Grund mehr. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum diese Diskussion überhaupt entstanden ist. Aber es ist jedenfalls nicht die richtige Plattform.

Schade finde ich es trotzdem.

Übrigens, obwohl das eigentlich nicht hierher gehört, erinnerst Du Dich an die 70er und 80er Jahre, als die Grünen sich gebildet haben ? Erinnerst Du dich daran, mit welchen Mitteln, verbal und nonverbal, sie von den etablierten Parteien behandelt und verunglimpft wurden ? Insbesondere von Leuten wie Strauß, aber alle haben mit eingestimmt. Sie Chaoten, linkes Gesocks und rote Socken zu nennen war noch das harmloseste. Und natürlich waren es Extremisten.

Erinnerst Du Dich an die 68er Generation ? Wie ist man mit ihnen umgesprungen ?

War das richtig, oder hat es zum vermeintlich richtigen Ziel geführt ?

 

Zitat von Traumzauberer am 6. Februar 2021, 13:18 Uhr
Zitat von flemming lund am 5. Februar 2021, 18:09 Uhr

Eine Meinungsdiktatur und Gleichschaltung der Medien kann ich so nicht erkennen, es gibt kaum ein anderes Land in dem die Meinungs- und Pressefreiheit ein so hohes Gut darstellt wie bei uns.

Deine Meinung respektiere ich.

Ich erinnere mich, daß es "früher" Zeitungen gab die SPD konform berichteten, und andere taten das für die CDU.  Beide Parteien hatten ihr Hausblättchen, an dem sie auch über parteinahe Stiftungen beteiligt waren.

Das ist spätestens vorbei seit wir große Koalitionen haben. Seitdem hackt keine Krähe der anderen mehr ein Auge aus, eine Opposition gibt es faktisch nicht. Zusätzlich hat sich die Medienlandschaft sehr stark in Richtung Internet, Twitter und Facebook etc. verlagert. Dort geht es aber um Klicks und Werbeeinnahmen, und weniger um neutrale, und objektive Information. Vielfältigkeit geht meiner Meinung nach dadurch verloren.

Zitat von flemming lund am 5. Februar 2021, 18:09 Uhr

Der zweite Punkt, ist deine Meinung, dass es keine extremen Parteien geben.

Auch diese, Deine, Meinung respektiere ich.

Ich habe hoffentlich klar gemacht welche Politiker und welche Ansichten ich schätze, und habe das durch viele Posts hier, die mit Zitaten, Videos oder Artikeln belegt waren, untermauert. Es dürfte da wenig Unklarheit geben.

Darüberhinaus habe ich keinerlei Veranlassung irgendeine Partei zu verteidigen. Weder eine der "Volksparteien", noch die AfD, oder andere. Gerade die AfD hat keinen einzigen Politiker, dem ich gern zuhöre, der etwas zu sagen hätte, oder mit dem ich mich beschäftigen möchte. Das sind wirklich, wie Du schreibst, Rattenfänger. Ich halte es dennoch für zu kurz gesprungen einfach nur ihre Politiker zu verteufeln und zu diskreditieren, sondern man sollte ihnen mit den Mitteln der Demokratie begegnen. Man darf nicht vergessen, daß es einige Millionen Menschen gibt, die sie gewählt haben. Aus welchen Gründen auch immer. Diese Menschen haben eine Stimme, und diese Menschen fühlen sich bei den großen Parteien nicht genügend gehört und respektiert. Wenn man all diese Menschen versucht ins gesellschaftliche Abseits zustellen ohne ihre Probleme und Ängste und Sorgen ernst zu nehmen, ohne ihnen eine Zukunft anzubieten, löst man kein Problem. Das ist kontraproduktiv. Ein Problem zu ignorieren - was nicht sein kann, darf nicht sein - hat noch nie zu einer Lösung geführt.

Deshalb bin ich für eine Diskussion, deshalb bin ich für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit demokratischen Mitteln. Die großen Parteien sind aufgefordert Lösungen anzubieten. Nicht nur für die Menschen,  die sie bisher nicht gewählt haben. Das ist bis dato nicht genügend umgesetzt.

So muss es sein, so funktioniert es, wenn man "zuhört" und den anderen "ausreden lässt".

Genau wie damals (boah, daran erkennt man wieder wie alt man eigentlich schon ist), gibt es Medien, die der einen und der anderen Seite gewogen sind, im Prinzip ist das auch, solange Grenzen eingehalten werden, sowohl legitim als auch gut. Nur so kann unsereiner sich doch nur ein Bild von verschiedenen Meinungen machen. Nur Denken muss man dann schon selber. War schon immer so: "Gott gibt die Karten, spielen musste selbst".

Ich gebe Dir auch recht, dass man bei den Rechts- (aber auch ganzlinks-)abgedrifteten nicht den Dialog beenden darf. Eine große Zahl der AfD-Wähler ist nicht grundsätzlich ausländerfeindlich oder Nazi, sondern fühlt sich von der sog. "Staatsmacht" vergessen, dass sollte man bzw. darf man nicht hinnehmen. Hier sind die Politiker gefordert, aber auch vielfach wir selber gefordert, hier in die Diskussion einzusteigen und versuchen diese Leute davon zu überzeugen, dass sie das nicht sind. Ich bin davon überzeugt, dass sich das lohnt.

Bei Nazis, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern ist da allerdings in der Regel Hopfen und Malz verloren.

Zitat von flemming lund am 6. Februar 2021, 14:04 Uhr
So muss es sein, so funktioniert es, wenn man "zuhört" und den anderen "ausreden lässt".

Aber genau das passiert nicht.

Ansonsten stimme ich Deinem gesamten Beitrag absolut zu. Sehr gut und sachlich auf den Punkt gebracht, ohne Polemik, ohne Allgemeinplätze, ohne fishing for compliments.

Zitat von flemming lund am 6. Februar 2021, 14:04 Uhr
Ich gebe Dir auch recht, dass man bei den Rechts- (aber auch ganzlinks-)abgedrifteten nicht den Dialog beenden darf.

Das tut man aber. Und das ist grundsätzlich falsch.

Und damit meine ich nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch den Umgang mit Parteien vom linken Spektrum seit es die 68er gab. (Mit denen ich übrigens wenig anfangen kann).

Zitat von flemming lund am 6. Februar 2021, 14:04 Uhr
sondern fühlt sich von der sog. "Staatsmacht" vergessen, dass sollte man bzw. darf man nicht hinnehmen.

Das ist genau der springende Punkt. Die AfD sind nicht ein paar Politiker sondern es sind ein paar Millionen Wähler. Vermutlich mehr, als die SPD gerade hat. Diese Masse Mensch kann man nicht einfach ignorieren und als Spinner abtun. Auch wenn einem dafür Beifall sicher ist. Man wird an einer inhaltlichen Auseinandersetzung nicht vorbeikommen und muß recht schnell die Fehler, die seit 1989 gemacht wurden, bereinigen. sonst verliert man nachhaltig Leute und spaltet die Gesellschaft noch mehr.

Wenn Politiker Zukunft gestalten wollen, dürfen sie niemanden außen vor lassen.

Zitat von flemming lund am 6. Februar 2021, 14:04 Uhr
Bei Nazis, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern ist da allerdings in der Regel Hopfen und Malz verloren.

Das stimmt, wobei ich mit dem Begriff Verschwörungstheoretiker, der ja im Moment sehr inflationär gebraucht wird, meine Probleme habe. Du kannst ja mal googlen, woher dieser Begriff kommt und wie und zu welchem Zweck er ursprünglich verwendet worden ist. Wenn er dann zur Zeit von nahezu Jedem verwendet wird, ist das nicht richtig. es ist zur Zeit so, daß man nur Verschwörungstheoretiker sagen muß, und man ist davon befreit Argumente zu liefern, oder gar zu diskutieren. Das haben die Medien vorgemacht. Egal welche.

Zitat von flemming lund am 6. Februar 2021, 14:04 Uhr
Zitat von Traumzauberer am 6. Februar 2021, 13:18 Uhr
Zitat von flemming lund am 5. Februar 2021, 18:09 Uhr

Eine Meinungsdiktatur und Gleichschaltung der Medien kann ich so nicht erkennen, es gibt kaum ein anderes Land in dem die Meinungs- und Pressefreiheit ein so hohes Gut darstellt wie bei uns.

Zitat von flemming lund am 5. Februar 2021, 18:09 Uhr

War schon immer so: "Gott gibt die Karten, spielen musste selbst".

Eine große Zahl der AfD-Wähler ist nicht grundsätzlich ausländerfeindlich oder Nazi, sondern fühlt sich von der sog. "Staatsmacht" vergessen, dass sollte man bzw. darf man nicht hinnehmen.

Bei Nazis, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern ist da allerdings in der Regel Hopfen und Malz verloren.

Zu 1: Man sucht sich aber aus mit wem man welches Spiel spielt und ist auch dann dafür verantwortlich!

Zu 2: Dann hältst du also einen großen Teil der AfD Wähler für zu dumm, ungebildet oder geistig Minderbemittelt? Denn nur unter diesen Umständen könnte man für ihr Handeln eventuell etwas Verständnis aufbringen. Jeder weiß mittlerweile wer und was die AfD ist, nämlich Nazis. Wer also dieses Dreckspack und wissentlich braune Scheiße wählt, ist um es mal mit den Worten meines Vadders, Hauer auffem Pütt und Soldat im Krieg, zu sagen "Junge so einer is nichma den Dreck unter meinem Fingernagel Wert".  Übrigens ohne solche armen besorgten Bürger wären damals die Nazis nicht an die Macht gekommen. Die meisten davon hatten nach dem Krieg ja auch keine Ahnung, von dem, was sie wählten oder verleugneten das getan zu haben.

Zu 3: Bei deren wissentlichen Unterstützern ebenfalls!

Wehret den Anfängen und damit ist nicht rum Lamentieren gemeint!

@Woddy, zu allen drei Punkten: Ja!

Und zu Deiner Schlussfolgerung auch!

Zitat von Traumzauberer am 6. Februar 2021, 14:40 Uhr

Das ist genau der springende Punkt. Die AfD sind nicht ein paar Politiker sondern es sind ein paar Millionen Wähler. Vermutlich mehr, als die SPD gerade hat. Diese Masse Mensch kann man nicht einfach ignorieren und als Spinner abtun. Auch wenn einem dafür Beifall sicher ist. Man wird an einer inhaltlichen Auseinandersetzung nicht vorbeikommen und muß recht schnell die Fehler, die seit 1989 gemacht wurden, bereinigen. sonst verliert man nachhaltig Leute und spaltet die Gesellschaft noch mehr.

Wenn Politiker Zukunft gestalten wollen, dürfen sie niemanden außen vor lassen.

Das sehe ich ganz genau so Stefan (@traumzauberer)
Man muss sich mit den Beweggründen der AfD Wähler auseinandersetzen.
Aktuell werden die Sorgen der Bürger zu oft von unseren Altpartei-Politikern ignoriert.
Wenn der Bürger nicht mehr das Gefühl hat das seine Sorgen erst genommen werden, übersieht dieser auch gerne mal die Nachteile bei seiner Wahl.

Nicht nur im Bundes- und Landtag werden Anträge der AfD direkt und ohne Debatte einfach abgelehnt.
Sowas stärkt doch nur das Gefühl der Ungerechtigkeit.
Würde man Anträge mal glaubhaft diskutieren, widerlegen und von mir aus dann auch ablehnen, würde ein ganz anderes Bild entstehen.
So sicher nicht !

Zitat von Traumzauberer am 6. Februar 2021, 14:40 Uhr

Es ist zur Zeit so, daß man nur Verschwörungstheoretiker sagen muß, und man ist davon befreit Argumente zu liefern, oder gar zu diskutieren. Das haben die Medien vorgemacht. Egal welche.

Das funktioniert übrigens nicht nur beim Begriff "Verschwörungstheoretiker".
Aber das hat ja Frau Wagenknecht schon sehr gut beschrieben.

Ich setze hier noch mal den Link ein...

Sahra Wagenknecht: Wer bestimmte Meinungen nicht teilt, ist noch lange kein Nazi

Zitat von Mad Maddin am 6. Februar 2021, 17:36 Uhr

Das funktioniert übrigens nicht nur beim Begriff "Verschwörungstheoretiker".
Aber das hat ja Frau Wagenknecht schon sehr gut beschrieben.

Ich setze hier noch mal den Link ein...

Sahra Wagenknecht: Wer bestimmte Meinungen nicht teilt, ist noch lange kein Nazi

 

Danke, @maddin

Kann nicht schaden, da nochmal drauf hinzuweisen. 😀😀😀

Ich sag mal so: wer bestimmte Meinungen teilt, kann aber Nazi sein.

Zitat von Mad Maddin am 6. Februar 2021, 17:25 Uhr
Das sehe ich ganz genau so Stefan (@traumzauberer)
Man muss sich mit den Beweggründen der AfD Wähler auseinandersetzen.
Aktuell werden die Sorgen der Bürger zu oft von unseren Altpartei-Politikern ignoriert.
Wenn der Bürger nicht mehr das Gefühl hat das seine Sorgen erst genommen werden, übersieht dieser auch gerne mal die Nachteile bei seiner Wahl.

So isses, @maddin. Jedenfalls sehe ich das so.

Es geht in keiner Weiser um die Partei und deren Repräsentanten. Aber es geht aus gesellschaftlicher Sicht um ca. 7 - 8 Millionen Wähler, die sich dieser Partei zuwenden, weil sie sich im Stich gelassen fühlen und vor allem deshalb, weil man ihnen nur sehr sehr begrenzte Zukunftsaussichten aufzeigt. Und das betrifft die große Masse der Sympathisanten. Ich rede nicht von ein paar stumpfen Schlägern oder Parolengrölern.

Man macht es sich einfach zu leicht die große Masse der Wähler dieser Partei als braunes Pack und geistig minderbemittelt zu beschimpfen. Das ist genauso unrichtig, als wenn man sagt, alle Hartz IV Empfänger sind faule Schweine, die gar nicht arbeiten wollen. Das ist nicht nur beleidigend, das ist einfältige Polemik, aber keine Argumentation die zu einer Lösung des Problems führt.

Zitat von Mad Maddin am 6. Februar 2021, 17:25 Uhr
Nicht nur im Bundes- und Landtag werden Anträge der AfD direkt und ohne Debatte einfach abgelehnt.
Sowas stärkt doch nur das Gefühl der Ungerechtigkeit.

Sehr gutes Beispiel. Mit solchen Taschenspielertricks bestärkt man nur diejenigen, die sich benachteiligt fühlen in ihrer Meinung, daß sich bei den etablierten Parteien Niemand um sie kümmert.

Man hat mit dieser Taktik bisher überhaupt nichts erreicht. Genau, wie vor wenigen Jahren, als man Gysi und Wagenknecht aus allen Rohren diskriminiert hat, sie als linke Bazillen, Mauermörder, Putins Kohorte und was weiß ich nicht hingestellt hat. Das war komplett falsch.

Solche Parteien haben auch deshalb einen großen Zulauf, weil die Etablierten ihren Job nicht gemacht haben. An dieser Stelle muß man ansetzen.

Der Facharbeitermangel, ein zentrales Thema, ist in Deutschland geografisch gesehen am größten im Berliner Regierungsbezirk. (Es haben übrigens nur im Jahr 2020 mehr als 160.000 Akademiker Deutschland verlassen und arbeiten jetzt im Ausland. In den Jahren davor war es noch gravierender)

Man kann das Problem nur über eine inhaltliche Debatte lösen, und vor allem, in dem man  einem Teil der Gesellschaft Lösungen anbietet, die auch funktionieren und dazu beitragen, daß viele Leute mal wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Perspektivlosigkeit ist das zentrale Problem.