Girlkott

Vorhin rief unsere Streetart-Künstlerin Buffy an.

„Hi Happo, virenfreie Grüße aus dem Spreewald“.

Spraywald?! Hätte ich mir denken können.

„Wie geht´s Dir, Buffy?“

„Soweit okay, obwohl es ziemlich einsam hier ist. Eigentlich bin ich ja hier, um Kontakte zu pflegen, aber Du weißt ja“.

„Wo ist Salander?“

„Lisbeth ist zu Hause geblieben. Hab gestern lange mit ihr telefoniert. Sie werkelt an einer Boykottaufruf-Kampagne gegen H & M, Deichmann und Adidas. Oder wie die alte Feministin zu sagen pflegt, Girlkottaufruf“.

„Oh ,und anstelle von militante heißt es wohl milionkel bei ihr“.

„Happo, lass den Quatsch. Sie hat doch vollkommen recht. Ausgerechnet Halsabschneiderei & Mietpreller, mit ihrer Vorgeschichte von Kinderarbeit. Fairness Versprechen können sie, nur nicht einhalten. Modisch hinken sie schon lange hinterher, aber wenn sie irgendwie und irgendwo den Gewinn maximieren können, dann schreiten sie voran. Geschmacklose Klamotten und jetzt auch noch geschmackloses Verhalten“.

„Aber Deichmann? Die unterstützen doch seit Jahrzehnten viele diakonische sowie soziale Projekte, alles auf Basis von christlichen Werten“.

„Vielleicht aber auch auf Basis von finanziellen Werten. Ich jedenfalls werde den Laden nicht mehr betreten“.

„Dürfte Dir nicht schwerfallen. Hast doch sowieso Deine Latschen nie dort gekauft, Buffy“.

„Stimmt, Happo, da kriegste eh nur Auslaufmodelle“.

„Bei Adidas bin ich ganz bei Euch. Die unterstützen in Deutschland nur den FC Bayern und die DFB-Elf. Ansonsten, unter Real Madrid oder Machester United geht da rein gar nix im Fußball. Von denen hab ich ehrlich gesagt, nichts anderes erwartet“.

„Also ich mach drei Kreuzeichen, wenn die Verkaufszahlen der Dreistreifen-Treter extrem zurückgehen“.

„Fragt sich nur, ob die Menschheit sich noch daran erinnert, wie diese Konzerne während der Corona-Krise die Solidarität mit Füßen getreten haben“.

„Dass es nicht passiert, dafür haben wir zum Glück unsere Salander. Adidas und Co werden sich jedenfalls nicht heimlich, still und leise aus ihrer sozialen Verantwortung davonschleichen können“.

„Man sollte die Verantwortlichen in den Arsch treten. Nicht die Beschäftigten“.

„Vergiss es, diese Typen ziehen sich den Schuh niemals an“.

„Sorry Happo, ich muss auflegen, Salander ist in der Leitung. Halt Abstand. Bis bald!“

„Bestell liebe Grü…“.

Mist, schon aufgelegt.

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Videochat mit Gauda

Zwischenfazit