Heimklatsche gegen den SV Straelen

Der Urlaub an der Nordsee, der war so wunderschön, er wurde abgebrochen, um ein RWE-Spiel zu sehn. So wie einst Opa Luscheskowski reiste ich zwei Tage vor dem geplanten Urlaubsende voller Vorfreude Richtung Essen. Und wofür?

Nach so einer heftigen Niederlage fällt es schwer, einen sachlichen Kommentar zu schreiben. Dafür war die Klatsche einfach zu heftig, zu deutlich, ja, zu brutal.

RWE spielt zu Hause vor über 7000 ausgehungerten Fans. Der Rasen gleicht einem Luxusteppich, die Euphorie ist überall im Stadion greifbar. Stadionsprecher-Legende Walter Rüge wird zurecht vor dem Anpfiff für seine über 40jährige ehrenamtliche Tätigkeit gefeiert, Christian „The Voice“ Ruthenbeck, darf endlich wieder vor Live-Publikum die Mannschaftsaufstellung leidenschaftlich herausposaunen, „Adiole“ erschallt – und dann beginnt das Spiel.

Man tastet sich ab. RWE kontrolliert das Geschehen, klare Aktionen nach vorne fehlen. Was ich zu diesem frühen Zeitpunkt nicht erahne, nicht für möglich halte, es wird sich an der „kontrollierten“ Spielweise bis zum bitteren Abpfiff nicht viel ändern.

Zaghaft, langsam, ohne Zug zum Tor. Die Neidhart-Elf wirkt irgendwie gehemmt, teilweise auch ratlos, als wären sie sich nicht sicher, mit welchen Mitteln man den Gast erfolgreich in die Schranken weisen kann.

Wir haben Engelmann und Janjic im Kader, der SV Straelen Cagatay Kader. Während die beiden Torgaranten diesmal leer ausgehen, kann sich der Gästestürmer gleich dreimal in die Torschützenliste eintragen lassen. Straelens Kader tut RWE selten gut.

Die ersten 45 Minuten laufen ereignisarm über die Bühne. Eine einzige klare Torchance durch Engelmann nach gut 30 Minuten hab´ ich mir notiert. Mager, mager.

Weitaus ereignisreicher dann die zweite Halbzeit. Leider nicht wie erhofft, denn der SV Straelen kontert eiskalt und effektiv. Essens Defensivarbeit zeigt eklatante Schwächen.
Lediglich nach dem Anschlusstreffer durch Plechaty in der 60.Minute, keimt Hoffnung auf.

Flutlichtatmosphäre im Stadion Essen, wie wir sie kennen.

Doch als Herzenbruch Straelens Peitz in der 72. Minute im Strafraum zu Fall bringt und Kader vom Elfmeterpunkt sicher verwandelt, ist die Begegnung entschieden.

Kein Aufbäumen, kein Siegeswille erkennbar. Die Körpersprache der Rot-Weissen sagt einiges aus.

Der vierte Treffer für den SVS nehme ich nur noch kopfschüttelnd zur Kenntnis.

Die Suche nach den Gründen der peinlichen Niederlage hat längst begonnen. Ich selbst habe keine Erklärungen für den desolaten Auftritt. Eines steht für mich allerdings fest: An den Fans lag es nicht! Dass die Mannschaft nicht gefeiert wurde, ist mehr als verständlich. Die erdrückende Mehrheit im Stadion trat tief enttäuscht den Heimweg an.

Bis Mittwoch werden die meisten Fans den Tiefschlag verdaut haben. Die Mannschaft hoffentlich auch. Am Zoo sollte ein Dreier eingefahren werden, sonst geht das Affentheater viel früher los, als selbst die größten Pessimisten vermutet haben.

Ich will und werde dabei sein.

Die Daten zum Spiel:

RW Essen Davari – Heber, Langesberg (75. Voelcke), Herzenbruch, Plechaty, Grote, Dürholtz (83. Eismann), Young, Harenbrock (61. Krasniqi), Engelmann, Janjic.

SV Straelen Kratzsch – van Benthem, Lachheb, Päffgen, Delorge, Wolze (42. Ribeiro), Peitz (77. Beric), Ngyombo, Lunga (81. Stevens), Kader, Rizzo (87. Mehlich).

Tore 0:1 Cagatay Kader (46.), 0:2 Cagatay Kader (55.), 1:2 Sandro Plechaty (60.), 1:3 Cagatay Kader (72. Foulelfmeter), 1:4 Timo Mehlich (89.).

Schiedsrichter Marc Jäger (nicht Jagger)

Legende

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

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