Mittelmaß vom Spitzenreiter

Habe lange überlegt, überhaupt etwas zum Spiel zu schreiben, wollte meine schlechte Laune nicht frank und frei rauslassen.

Erstmal eine Nacht drüber schlafen, doch auch mit zeitlichem Abstand kann ich nicht wirklich viel Positives aus der Partie ziehen.

Für mich war es nach dem Spielverlauf ein Punktgewinn. Auch die Chancenverwertung fiel diesmal nicht übel aus. Es gab nur diese eine von Simon Engelmann, die er in Manier eines herausragenden Torjägers nutzte. Man schrieb die 16. Minute.  Klasse Vorarbeit übrigens von Dennis Grote.
Die zweite Einschussmöglichkeit war der Foulelfmeter (41.).
Nach dem Pfiff schien sich niemand in den Vordergrund zu drängeln, Verantwortung zu übernehmen. Von meinem Stehplatz sah es so aus, als ob Kapitän Grote Essens Nummer 11 ermunterte, sich die Kugel zu schnappen.

Der tat es und scheiterte nicht zum ersten Mal vom Punkt weg. Ich weigere mich, ihn deswegen zu kritisieren, den Regler dafür zu verdammen. Er hats probiert, niemand hat ihn davon abgehalten.

So blieb es bei der knappen 1:0 Führung.

Kölns U21 war zu Beginn das aktivere, spielerisch bessere Team. Davari bewahrte Essen vor einem durchaus möglichen Rückstand.

In der zweiten Spielzeit beharkten sich beide Teams intensiv, wenn auch nicht überhart.

RWE versuchte Druck aufzubauen. Vergeblich. Köln lauerte auf Konter und wenn sie was können, dann schnell nach vorne spielen. In der 71. Minute schlossen sie einen dieser Vorstöße erfolgreich ab, so sehr sich Essens Bester, Davari, auch dagegen wehrte. Jens Castrop (nicht verwandt oder verschwägert mit Castrop-Rauxel) ließ sich die Chance nicht entgehen.

Den Treffer hatten sich die Gastgeber redlich verdient.

In der Folgezeit fiel Essen nicht viel ein, um die angestrebten drei Punkte aus dem Franz-Kremer-Stadion zu entführen. Im Gegenteil, sie mussten höllisch aufpassen, am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen.

Als der gut pfeifende Schiri David-Markus Koj die Partie nach 92 Minuten abpfiff, war ich irgendwie froh, dass es vorbei war.

Wir Fans waren ebenfalls nicht in Bestform. Kaum Anfeuerungsrufe aus der spärlich besetzten Fan-Ecke. Das Spielgeschehen ließ allerdings kein Essener Fußball-Herz höherschlagen.

Sämtliche Auswechslungen brachten keine entscheidenden, neuen Impulse, vor allen Dingen der Tausch Engelmann/Janjic sollte mal hinterfragt werden. Zum x-ten Mal verpuffte diese Maßnahme im Sand.

Sicherlich boten die Kölner ein paar B-Bundesligaergänzungsspieler auf, doch erklärt das nicht, weshalb unsere Truppe insgesamt eher mit schmaler Brust die Begegnung bestritt. Verletzte haben auch andere Vereine zu beklagen.

Nichtsdesdotrotz, RWE ist immer noch Tabellenführer. Es gibt keine bessere Mannschaft in der Regionalliga West in dieser Saison. Von daher stehen nach wie vor sämtliche Türen offen.

Der Weg zum Titel wird kein leichter sein, dass war und ist Jedem klar, aber begehbar ist er auf jeden Fall.

Mittwoch heißt es dann erneut tapfer sein. Alt statt Kölsch ist garantiert nicht schmackhafter. Es sei denn, die Neidhart-Schützlinge gewinnen souverän und deutlich. Nein, ich fordere das nicht, aber man darf ja mal hoffen.

Angenehme Woche,

der Happo

Legende

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Der Schreck vom RWE holt einen Punkt beim Schreck vom Niederrhein

Den Fohlen die Punkte gestohlen