Wichtiger Dreier

Es ist geschafft. Die Cousine aller Ruhrgebietsderbys liegt hinter uns.  
Drei Punkte bleiben an der Hafenstraße und zwar verdientermaßen. Der Sieg ging auch in dieser Höhe in Ordnung.  

Ernsthafter ausgedrückt: RWE war um das eine Tor besser.

Was wurde nicht alles im Vorfeld rund um dieses Nachbarschaftsduell geschrieben, vor allen Dingen im Reviersport. Und es hat Klick gemacht. Okay, so ist das Geschäft.

Jetzt, einige Stunden nach dem Abpfiff frage ich mich, ob das Match gehalten hat, was versprochen wurde.

Ich sag mal NEIN – nicht ganz.

Spannend war es, ohne Zweifel. Hart umkämpft, ebenfalls.

Spielerische Highlights und Torraumszenen fehlten. So passte sich die Stimmung auf den Rängen dem Geschehen auf dem gut bespielbaren Rasen an. Oder war es umgekehrt?  

Anfangs herrschte allerdings Zweitliga-Feeling. Beide Fanlager in Bestform. Zum Ende und vor allem nach dem erlösenden Treffer durch Oguzhan Kefkir in der 81.Minute, jubelten ausschließlich die RWE-Fans. Ohrenbetäubend.

Oberhausen haderte dagegen wegen eines angeblichen Foulspiels, der den Treffer erst ermöglichte, mit dem insgesamt fair und auffällig unauffällig pfeifenden Schiri Severins.  Die bewegten Bilder beweisen das Gegenteil. RWE hat Bevorzugung nicht nötig. Wäre auch mal ganz was Neues.  

Christian Titz überraschte einmal mehr mit seinen Personalentscheidungen.

Grote, Platzek sowie Kefkir für Wirtz, Endres und Hildebrandt.

Neuzugang José-Junior Matuwila, frisch aus Kaiserlautern ausgeliehen, kam zu seinem Startdebüt, weil Alex Hahn seine Gelbsperre absitzen musste. Ich weiß zwar nicht wie das Verhältnis zum Senior ist, aber nach diesem Auftritt vermute ich, Junior kennt keine Verwandten.  

„Quarterback“ Grote überzeugte ebenfalls, zumindest in Hälfte Eins. Er kann ein Spiel lenken und wenn ihm gewisse Freiheiten eingeräumt werden, dann ist das gut für das Essener Spiel.  

„Platzo“ ackerte wie ein Pferd, blieb aber vor dem Tor harmlos, vielleicht auch notgedrungen. Kefkir war im Grunde nicht besser als Platzek, doch wer den Siegtreffer erzielt, wird halt als Matchwinner in den Statistiken verewigt.

Eine große, (größere) Torchance in Halbzeit Eins muss ich noch nachreichen. Kevin Grunds mustergültige Flanke konnte Jan-Lucas Dorow nicht verwerten. Sein Kopfball verfehlte das Ziel.

Bis zur 75.Minute kann ich mich an keine weitere brandgefährliche Strafraumszene erinnern. Neuzugang Pronichev deutete Dribbelstärke an, umkurvte mehrere Oberhausener Abwehrspieler samt Keeper, zögerte dann einen Tick zu lange, und vorbei war die Einschussmöglichkeit. Auch Jung-Papa Kehl-Gomez gelang es nicht, im anschließenden Getümmel, die Kugel über die Torlinie zu befördern.

Und Oberhausen? Offensiv fanden die eigentlich nicht statt. Mulmig wurde mir höchstens bei Eckbällen für die Cassius-Kleeblätter.
Da bewachte doch tatsächlich Supertechniker Klein-Amara Conde´ den Riesen Jannik Löhden. Naja, manchmal wächst man mit den Aufgaben.

RWE hat Comeback-Qualität bewiesen. Todgesagte leben länger, das musste auch Oberhausens Steinmetz (an)erkennen.  

Von den Ex-Essener in Reihen der Gäste, gefiel mir Felix Herzenbruch noch am besten. Der Passus, nicht gegen RWE auflaufen zu dürfen, fehlte wohl im Vertragswerk. Das nur mal so am Rande.

Mist, jetzt wieder fast zwei Wochen ohne ein RWE-Pflichtspiel ausharren zu müssen ist diesmal hart. Englische Wochen gabs früher mal. Scheiß Brexit.

Danke für die drei Punkte, Rot-Weiss Essen.

Bis denne

Dableiber / 1 Flasche Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Raus aus den Schubladen

Allerlei Tritte