Essen vernascht Printen

An (Spiel)-Tagen wie diesen, ist es das Größte, Rot-Weiss Essen Fan zu sein.

Ein Blick kurz vor dem Anpfiff über die Tribünen hinweg genügt, und Du vergisst völlig, hier wird Viertliga-Fußball geboten. Unglaublich!

Nach dem Abpfiff ist RWE gefühlsmäßig längst in Liga Eins angekommen. Einfach Wahnsinn.

Wer von knapp 90 Minuten mindestens 70 Minuten den Gegner beherrscht und dabei drei Tore erzielt, selbst keines fängt, wer nicht nur gegen 11 Aachener, sondern auch noch gegen den Anti-Heimschiedsrichter ankämpfen muss, der darf zurecht nach dem Schlusspfiff feiern und gefeiert werden.

Einzig die Zuschauerzahl (13025) ist ein wenig enttäuschend. Jaja, ich weiß, ich soll mir mal die Zahlen von Drittliga-Begegnungen anschauen. Trotzdem….

Immerhin brachten die Alemannen über 1200 Fans mit nach Essen. Gut für die Atmosphäre und für die Vereinskasse von RWE.

Trainer Kilic hatte vor der Begegnung zwar erkannt, dass Rot-Weiss schlagbar sei – stimmt, dafür gibt’s sogar Belege – nur eben nicht am 16.11.2019. Diesmal war Essen zu stark für Aachen, die ihre beste Phase zwischen der 20. Und 40. Minute hatten.

Vermutlich hatte Herr Kilic die rechte Abwehrseite der Roten als Schwachstelle auserkoren. Heber und Sauerland bekamen eine Menge Arbeit, die sie mit zunehmender Spielzeit hervorragend erledigten.

Nur zwei, dreimal enteilten die Gästestürmer ihren Gegenspielern. Brandgefährlich wurde es, als Heber von Batarilo (nachgelesen) überlaufen wurde, doch zum Glück verpasste der freigespielte Vincent Bösen denkbar knapp. Ich kann ihm nicht böse sein. ????

Zu diesem Zeitpunkt lag RWE bereits mit 1:0 in Führung. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison waren Jan-Lucas Dorow und Joshua „Tree“ Endres an einem Tor für Essen, maßgeblich beteiligt. Dorow steckte wunderbar auf Endres durch, der trocken und unhaltbar vollendete.  Der Lärmpegel erreichte Werte von Rock-Konzerten.

Praktisch mit dem Pausenpfiff schlug ein anderes Duo eiskalt zu. Kevin Grund suchte und fand Marcel Platzek. Per Kopf versenkte der wiedererstarkte Goalgetter zum vielumjubelten 2:0.  

Kautsch Christian Titz scheint ein weiteres Erfolgsrezept kreiert zu haben. Er setzt wohl auf starke Partnerschaften, denn auch Kehl-Gomez harmoniert mittlerweile blendend mit Alex Hahn. Dazu die starken Individualisten, Kefkir und Condé.

Ein weiteres Plus: Im Kasten kann sich die Mannschaft auf ihre neue Nummer Eins, Jakob Golz, verlassen. Bis auf eine Szene, als er zu sorglos im Fünfmeterraum den Ball vertändelte, seinen Fehler aber so eben noch ausbügeln konnte (31.).

Die Kritik wäre garantiert heftiger ausgefallen, wenn das Spiel dadurch gekippt wäre.

Ist es aber nicht. Im Gegenteil. In der zweiten Hälfte demonstrierten die“ Roten“ eindrucksvoll ihre Überlegenheit.  Ein weiterer Treffer für die Hausherren lag in der Luft.

In der 61. Minute stieg das Phantom dann wieder in die Höhe, köpfte eine Ecke von Grund zum vorentscheidenden 3:0 ein. „Marcel Platzek, Fußballgott“, schallte es von den Rängen. Ich kenne keinen RWE-Fan, der ihm dieses Comeback nicht vom Herzen gönnt. Wir wissen, Marcel ist bodenständig, der hebt nicht ab und wenn, dann only im Strafraum.

Auch danach ließ Essen nicht locker, wollte den Sieg noch deutlicher gestalten. In zwei Situationen roch es nach Elfmeter. Doch der Schiri pfiff nicht, dafür die Fans umso lauter.

Ein glanzvoller Fußballnachmittag ging zu Ende.  RWE überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aus der ich keinen Spieler herausheben möchte.

Ein Blick auf die „Bank“ verdeutlicht, was da noch an Qualität auf Einsatzzeiten brennt. Welches Team kann es sich erlauben, einen Strategen wie Dennis Grote nicht einzusetzen?

Nächste Woche geht es weiter in Wanne-Eickel. Im Mondpalast werden wir bestimmt eine weitere Sternstunde von Rot-Weiss Essen erleben. Ich sach´ mal, Schalke 0:4!

Kommt gut durch die Woche!

Dableiber / 1 Flasche Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Affengeiles Ende in Wuppertal

Lehrstunde mit “Kautsch” Christian Titz