Ene mene muh – und raus bist Du

Unmenschliche Entscheidungen

Auf Videochats, WhatsApp-Telefonie oder Mails habe ich heute null Bock. Also führe ich einfach mal Selbstgespräche. Mit mir komm ich meist ganz gut klar. Haha

Naja, zum Lachen ist das Thema eigentlich nicht: Triage,

also um die ärztliche Entscheidung, wer eine intensivmedizinische Behandlung oder ein Beatmungsgerät erhält, wenn nicht hinreichend Ressourcen vorhanden sind, wie es derzeit während der Coronavirus-Pandemie in einigen Ländern täglich vorkommt und auch für Deutschland befürchtet wird.

Nach welchen Kriterien sollen die Patienten/Patientinnen ausgesucht, sortiert werden?

Die Götter in Weiß sind zurück. Das meine ich keinesfalls negativ. Im Gegenteil, nie und nimmer möchte ich jemals vor so einer Entscheidung stehen. Es ist ein unmenschliche.

Egal, wie die Entscheidung ausfällt, keine davon ist richtig oder falsch.

Doch erwische ich mich dabei, spontan als oberster Richter aufzutreten, um zumindest gedanklich, ein (Vor-) Urteil zu fällen.

Welches Menschenleben ist wertvoll, wertvoller für die Allgemeinheit?

Auf der einen Seite der 86jährige, gebrechliche Mann – auf der anderen Seite eine 30jähirge Frau.

Wie würden Sie entscheiden? Klar, die 30jährige Frau soll intensivmedizinisch behandelt werden.

Im Nachhinein erfahre ich, dass der 86jährige sein Leben lang anderen Menschen geholfen hat, sich voll im Dienst der Allgemeinheit gestellt hat, die 30jährige Frau mehrfach als Trickbetrügerin SeniorInnen um ihr Erspartes gebracht hatte.

Reine Fiktion, klar, aber mit diesem Wissen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob mein Urteil gerecht ausfällt.

Anderer Fall:

25jähriger, geistig behinderter junger Mann, in einem Heim lebend contra 80jährige, erfolgreiche Schriftstellerin

Oder

Libanesin, Mitte 40, lautes Organ hier und 30jähriger gelernter Automechaniker, arbeitslos, drogenabhängig da.

Anderes Beispiel:

Krebskranke 50jährige opfern, um gleichaltrige, gesunde Frau retten zu können?

Die Frage, ob man Angela Merkel oder mich behandelt, stelle ich besser erst gar nicht.

Wer welche Therapien erhält, ob sie sinnvoll sind, ob bestimmte Operationen sich lohnen, entweder – für den Patienten oder finanziell für die Klinik – darüber wurde schon vor Corona gestritten, allerdings weniger öffentlich.

Die Pandemie zwingt jeden Menschen, über sein und das Leben schlechthin nachzudenken, wohlmöglich auch zu überdenken.

Bleibt virenfrei, bleibt gesund!

Dableiber / 1 Flasche Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Zwischenfazit

Was macht eigentlich….?