Unentschieden in Oberhausen

Einen Kommentar zum Spiel in Ahlen hatte ich mir geklemmt. Da war ich einfach nur sprachlos.

Nach dem Abpfiff in Oberhausen bin ich sofort nach draußen. Nix hören, nix sehen, nichts schreiben.

Jetzt sitze ich hier, nachdem mir eine Stunde Schlaf fehlt und schreibe kurzentschlossen über die Partie in Oberhausen, wo RWE nur zwei Minuten fehlten, um endlich wieder einen Auswärtsdreier einzufahren.

Egal ob gerecht, glücklich oder sonst was.

Das Happyend ist ausgeblieben, das Glück der Hinserie aufgebraucht. Im Hinspiel hätte Sven Kreyer die Brust von Davari getroffen und Essens Keeper den Ball im Nachfassen gesichert.

Schön war die Zeit.

Dabei sah es zu Beginn der Partie richtig gut aus, was die auf vier Positionen veränderte Neidhart-Elf auf dem verhältnismäßig gut bespielbaren Untergrund ablieferte.

Unterstützt vom starken Rückenwind (ein Pfadfinder erkennt das an den wehenden Fahnen) starteten sie voller Elan, mit Zug zum Tor. Ohne große Umwege.

Bereits in der 9.Minute gab es Grund zum Jubeln. Lewerenz zirkelte einen Freistoß in den Strafraum, RWO Keeper Benz segelte am Ball vorbei, Engelmann staubte unaufgeregt ab. Ein Treffer von Simon, kein Stern für Benz.

Endlich war es da, das lang ersehnte frühe Führungstor.

Doch schon drei Minuten später fast der Ausgleich. Sven Kreyer, beweglich und engagiert, traf nur den Pfosten. Der Nachschuss landete im Kanal.

RWE blieb überlegen.

Auffällig das gute Zusammenspiel von Cedric Harenbrock und Simon Engelmann. Riesenpech für Essen, als Harenbrock nur die Latte traf, Heber beim anschließenden Kopfball wohl im Abseits stand.

Wenige Minuten später war es erneut Daniel Heber, der für Gesprächsstoff sorgte. Glasklares Handspiel im eigenen Sechzehner. Unerlaubte Körpervergrößerung, wie es im Regelbuch beschrieben ist. Kein Videobeweis, kein Pfiff. Das Glück also doch nicht ganz aufgebraucht?

Das Derby hatte einiges zu bieten, RWE insgesamt in den ersten 45 Minuten etwas mehr, als der Gastgeber.

Lewerenz und Neuwirt gefielen mir auf Essener Seite gut, während „Kleeblatt“ Maik Odenthal ähnlich wie seine Tatort-Mutter Lena, immer eine Zweikampflösung fand.

Als Rot-Weiss aus der Kabine kam, wurden sie bereits von den Terranova-Schützlingen erwartet.

Ein Signal?

Jetzt wissen wir es. Ja, denn RWO wurde mutiger, erhöhte das Risiko.

Nur nicht nachlassen, schoss es mir durch den Kopf.

RWE hielt dagegen, auch zweite Bälle wurden erkämpft. Die Angriffe liefen meist über Lewerenz bzw. er war daran beteiligt.

Je länger das Spiel dauerte, um so nervöser erschienen mir unsere Roten.

Christian „The Rock“ Neidhart wechselte Personal, brachte nach und nach Backszat, Young. Hildebrandt und gegen Ende noch Endres für Harenbrock, Kefkir, Condé und Lewerenz.

Vor allen Dingen für die Hereinnahme von Young wäre der Kautsch gelobt worden, hätte dieser wenigstens eine seiner drei hochwertigen Torchancen verwertet. Hadder aber nicht.

Oberhausen drückte weiter, kam allerdings zu keiner Großchance. Bis auf die von Sven Kreyer, der in der 77.Minute an Davari scheiterte.

Das große Flattern auf Essener Seite hatte längst begonnen und so kam es, wie befürchtet.

Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an, denn das Ergebnis hat Folgen. Der Meisterschaftszug ist ohne RWE abgefahren. Wie immer.

Auch wenn Hajo das anders sieht, nein, sah…

Besser, ich hör jetzt auf zu schreiben.

Nur noch zwei Anmerkungen.

Terranova äußerte sich für mich unerwartet fair über RWE. Keine Stichelleien, kein Nachtreten.

Und der RWO-Live Stream lief bis auf wenige Wackler astrein. 8322 Menschen können das bezeugen. Tolle Bildqualität, auch wenn mir vor allen Dingen der Schluss nicht gefiel. Scheiß Drehbuch.

Bis die Tage,

der Happo

Legende

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

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