Wie aus Big Titz, Small Titz wurde

Wenn der Ball ruht, dann geht es eben neben dem Platz oder auf der Geschäftsstelle im Stadion Essen rund.

Gestern sorgte das Sondertrikot für Schlagzeilen, heute legte man noch eine Schüppe drauf:

Christian Titz und Rot-Weiss Essen gehen getrennte Wege.

Passend zu Corona: Man nimmt Abstand voneinander.

Jetzt ist amtlich, was in der Gerüchteküche immer lauter ausgesprochen wurde.

So buchstabiert man Kontinuität bei RWE.

Was ist schon ein Zwei-Jahres-Plan?
Wir hatten bereits Fünf-Jahres (Strunz) oder Drei-Jahres-Pläne (Welling).

Ein gewisser Lerneffekt ist also unverkennbar.

Was war das für ein Hype, als die Verpflichtung vom Ex-HSV Trainer bekannt wurde. Aufkleber mit „Big Titz“ waren der Renner.

Die Westkurve forderte nicht den Kopf des Trainers, sie wollte mit ihm feiern. RWE und Christian Titz auf dem Höhepunkt der Saison.

Ich selbst hatte das Glück, ihn „interviewen“ zu dürfen und war sehr angetan von seiner sympathischen Art, beeindruckt von seinem Fachwissen. Auch hatte ich noch nie ein solch vielschichtiges Training auf dem Willi Lippens-Platz miterlebt.

Die Übungen waren kompliziert, ich verstand oft nur Bahnhof. Laie halt. Es kommt ausschließlich darauf an, ob die Spieler Trainervorgaben sowie Maßnahmen verstehen und verinnerlichen. Haben sie das?

Später verlor ich dann komplett die Übersicht, auch weil der Menschenauflauf auf dem Gelände immer größer wurde. Während sein Vorgänger Neitzel mit einem extrem kleinen Kader auskommen musste/wollte, legte Christian Titz immer weiter nach.

Anfangs gefeiert für seine Ein- und Auswechslungen, später wurden ihm die Wechselspielchen zum Verhängnis.

Trotzdem, die Gewichtung dieser Dinge sähe anders aus, wenn einfach mehr Siege eingefahren wären, obwohl sich der Punkteschnitt insgesamt sehen lassen kann.

Was nun wirklich hinter den Kulissen ablief, welche Gruppen und Grüppchen sich bildeten, das kann ich nicht beurteilen. Offizielle Begründungen werfe ich meist ungelesen in den Papierkorb.

Jede Entlassung ist schwierig. Menschlich, sportlich, finanziell.

Aber diese Entlassung wird auch zur Folge haben, dass man von Vereinsseite demnächst vergeblich Geduld von den Fans einfordert.

Der Großteil hatte sie noch. Die Vorbeter dieser Eigenschaft nicht.

Christian Titz ist nun auch Geschichte bei Rot-Weiss Essen. Ich wünsche ihm alles erdenklich Gute für seine Zukunft. Die wird er auf jeden Fall meistern.

Auch ohne Glaskugel, Ruhe wird vorerst nicht einkehren.

Es darf erneut spekuliert werden….

Was und wer kommt jetzt?

Was wird aus dem für einen Viertligisten bombastischen Trainerstab?

Und nicht zuletzt die Frage nach den Kosten dieser Entscheidung.

Obwohl, wie hoch diese sind ist zunächst zweitrangig, denn die Zukunft wird zeigen, welchen Preis der Verein für die Vorgehensweise zahlen muss.

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Black Tuesday

Guter Schlächter