Wuppertal gewuppt

Spielen die am Böllerntor oder wie heißt das Stadion in Darmstadt? Jedenfalls hörte ich keinen Kommentator, dafür ein paar Knaller krachen. Nicht lange, dann herrschte wieder Corona-Stille.

Den Stadionsprecher konnte ich sehr gut verstehen, obwohl er die Namen der Wuppertaler Startelf mehr herauspresste, als aufsagte. Vielleicht saß er gar nicht in der Sprecherkabine, sondern…ach, lassen wir das.

Beide Teams verzichteten von Beginn an auf Abwarten oder Abtasten.

RWE mit der reiferen Spielanlage. Nach und nach drängten sie die Wuppertaler zurück, unterbanden sämtliche Versuche im Keim, Davaris Tor in Gefahr zu bringen.

Vier Ecken blieben folgenlos. Die Fünfte brachte endlich den gewünschten Erfolg. Grund hob seinen rechten Arm, beförderte den Ball auf den freistehenden Heber, der ungehindert und unhaltbar per Kopf aus ca. 7 Metern das 1:0 erzielte.

Völlig verdiente Führung.

Heber zeichnete sich kurz nach Freigabe der Begegnung erneut aus. Grätschen nur im Notfall, so scheint seine Devise zu sein. Bärenstarke Leistung im Stadion am Zoo.

RWE dominierte anschließend fast nach Belieben, wirkte selbstbewusst und hochkonzentriert. Bis auf Oguzhan Kefkir. Letzte Woche noch einer der Besten, wirkte er diesmal unglücklich in seinen Aktionen. Flankengötter flanken anders. Nächstes Mal klappts besser.
Dann macht er auch so ein Ding wie wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff, als er eine zu kurz geratene Rückgabe erahnte, aber letztendlich Heim-Keeper Patzler nicht überwinden konnte. Engelmann schaffte es zwar, traf aber nur den Außenpfosten.

Patzler übrigens bester Wuppertaler. Nein, ich schreib jetzt nicht auch noch Patzler ohne Patzer.

So ging man mit einer knappen 1:0 Führung in die Kabinen.

Das Ergebnis spiegelte nicht ansatzweise die Überlegenheit der Essener wider. Da lagen schon Welten zwischen den Teams. Soll nicht überheblich klingen, doch die Dominanz war schon extrem.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Wuppertals Coach Mehnert stellte um, verstärkte das Mittelfeld und somit die Offensive.

Davari brauchte sein Können trotzdem zunächst nicht unter Beweis stellen. Erst als Essens Liebling Hagemann auf der linken Außenbahn gefoult wurde, verhinderte er mir einer Parade den Ausgleich.

Engelmanns Sololauf läutete eine weitere Phase Überlegenheit für RWE ein. Heber fast mit seinem zweiten Treffer.

Weiter entfernt, einen Treffer zu erzielen; Isaiah Young. Sein Dribbling sehenswert wie uneffektiv. Auch Simon Engelmann bemühte sich heute vergebens, die Torausbeute zu erhöhen. Schafft er noch die 30iger Marke?

Amara Conde´ zwang Patzler erneut zu einer Glanzparade. (64.) Ein weiterer, sauber herausgespielter Konter über Kehl-Gomez – Young- Kehl-Gomez (74.) ließ nochmals aufhorchen.

Danach kam mehr Hektik in die Partie. Chef- und Co Trainer des WSV sahen Gelb, weil sie mit einigen Entscheidungen des Referees nicht einverstanden waren.

Unser Kautsch ist da aus ganz anderem Holz geschnitzt. 😊

RWE machte die Sache unnötig spannend. Die Abspielfehler häuften sich, Wuppertal kämpfte verbissen, gab keinen Ball verloren. Essen wankte, fiel aber nicht.

Im Gegenteil. Der eingewechselte Lewerenz umkurvte mehrere Gegenspieler, blieb stark bedrängt in Ballbesitz und zog ab. Vom Innenpfosten sprang die Kugel über die Torlinie.

2:0 für RWE (88.)
Die Entscheidung.

Dachte ich. Doch nur zwei Minuten später traf Römling per Kopf nach einer Ecke.

Zum Glück besannen sich die Roten wieder, spulten geschickt die restliche Zeit runter. Als Schiri Visse die Begegnung abpfiff, war die Erleichterung auf Essener Seite sichtbar.

Eine, über weite Strecken hervorragende Leistung der Neidhart-Truppe. Der Sieg hätte höher ausfallen können, müssen und das, obwohl sich einige Stammkräfte nicht in Bestform präsentierten. Harenbrock und Kefkir wurden nicht von ungefähr ausgewechselt. Wenn auch spät.

Die Aufholjagd geht weiter. Super, dass auch Sandro Plecharty wieder mithelfen kann, das große Ziel zu erreichen.

So langsam fang auch ich wieder dran zu glauben. Mein natürlicher Schutzmechanismus ist allerdings immer noch im Einsatz.

Erstmal durchatmen. An Dortmund denk ich heute nicht.

Man liest sich…

Legende

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Erfolgreiches Homberger Schießen

Das Punktefressen geht weiter