Zwei Punkte zu wenig

Das Parkstadion habe ich seit dem 17.11.1990 nicht mehr betreten. Damals verlor RWE in einem Spiel der zweiten Bundesliga mit 3:1 gegen den „geliebten“ Nachbarn.

Ein grauenvoller Tag war das.

Fast 30 Jahre später kommen Erinnerungen hoch. Ich muss wieder würgen. Gleicher Ort, gleicher Gegner. Aber beides nur dem Namen nach. Ach, ich belass´ es dabei. Warum sich immer quälen.

Zuschauer waren nicht zugelassen. Immerhin präsentierte Schalke kostenlos einen Stream von der Begegnung. Auch wenn´s schwer fällt, die Übertragung war tadellos. Der Reporter zudem überraschend neutral, wenn er auch hin und wieder die Namen der Essener Spieler verwechselte.

Aber das passiert mir ebenso. Leider.  

Nur Kapitän ist und bleibt Marco Kehl-Gomez und nicht Felix Herzenbruch. Gib Fake-News keine Chance!

Eigentlich fing es gut für RWE an. Engelmann lauerte auf eine Rückgabe und lupfte den Ball über das Schalker Gehäuse.

Young mit der nächsten Gelegenheit. Sein Schuss geriet zu zentral. Kein Problem für Keeper Zadoch.

Rot-Weiss wusste zu gefallen. Vor allem das Umschaltspiel funktionierte anfangs hervorragend. Nachdem Heber den Ball aus aussichtsreicher Position weit über den Kasten der Gastgeber befördete, geriet der Angriffsmotor der Essener ins Stottern.

Alex Hahn mit einer gekonnten Rettungsaktion im Strafraum. Davari parierte im Stil eines Handballtorhüters und kurz darauf einen Kopfball per Flugeinlage.

Zum Ende der ersten Halbzeit wurde die Neidhart-Elf wieder stärker. Engelmann zog aus gut 20 Metern ab. Der Ball klatschte an den Pfosten.

Zweimal versuchte sich Kefkir als Kunstschütze. Beide Freistöße aus spitzem Winkel von der Strafraumkante, missglückten ihm eher mehr, als weniger.

Mit leichten Vorteilen – auch weil Rot-Weiss ein Chancenplus vorweisen konnte – schickte Schiri Wollenweber die Teams in ziemlich weit entfernte Kabinen.

Personelle Veränderungen blieben zunächst aus. Neidhart und Fröhling sahen keinen Anlass, ihre Aufstellung zu korrigieren.

Rot-Weiss erneut mit dem besseren Start. Harenbrock´s Hereingabe verpasste Hahn denkbar knapp. Selbst Engelmann konnte da nicht mehr reagieren.

Das Geschehen verlagerte sich mehr und mehr zwischen den Strafräumen. Verbissen geführte Zweikämpfe, leichtfertige Ballverluste. Beide Mannschaften neutralisierten sich.

Nach gut einer Stunde verließ der glücklos agierende Cedric Harenbrock verletzungsbedingt den Platz. Für ihn kam Platzek in die Begegnung. Offensiver wurde RWE trotzdem nicht.

Schalke auf der anderen Seite mit einigen Versuchen, ihrerseits für mehr Gefahr zu sorgen. Gute Ansätze zwar, aber dabei blieb es.

Erst nach 74 Minuten wieder so etwas wie eine aufregende Szene. Kefkir zirkelte den Ball auf den freistehenden Kehl-Gomez, dessen Kopfballversuch am Tor vorbei segelte.

Weitere 8 Minuten vergingen, als der defensiv starke Herzenbruch sich ein Herz fasste und den guten Zadach zu einer weiteren Parade zwang.  Kurze Zeit später traf Engelmann nur das Außennetz.

Langsam wurde ich ungeduldig.

Meine Laune ging tief in den Keller, als Heber ungestüm in einen Zweikampf ging und Schiri Wollenweber auf Freistoß entschied. Für mich übrigens keine Fehlentscheidung.

Den anschließenden Kopfball konnte Davari nur abklatschen lassen. Hoppe machte den Engelmann. Plötzlich hieß es 1:0 für die taktisch gut eingestellten Gastgeber.

Ausgerechnet gegen diesen Gegner sollte es die erste Niederlage geben?

Essen versuchte es mit der Brechstange. Drei Ecken weiter köpfte Heber zum verdienten Ausgleich ein. Gespielt waren da bereits 93 Minuten.

Niederlage im letzten, allerletzten Moment verhindert. Puuuh!

Vom Zeitpunkt her glücklich, nicht jedoch von den Spielanteilen und Torchancen.

Trotzdem bin ich zum ersten Mal ein wenig sauer auf das Team. Vor allen Dingen in der zweiten Hälfte war mir zu viel Leerlauf im Spiel. Unbedingten Siegeswillen konnte ich über weite Strecken nicht ausmachen. Erst in den letzten 10 Minuten deutete RWE an, warum man die 10 KM weite Anreise als Tabellenerster antrat.

Dort oben befindet sich nun wieder die Reserve der Dortmunder Borussen. Klar, eine Momentaufnahme, doch ob die Saison tatsächlich noch so lang ist, bezweifle ich stark.

Einige Spieler blieben unter ihren Möglichkeiten. Den Mittelfeldstrategen fehlten diesmal die Ideen. Und Engelmann traf halt nicht. Young ist trotz aller Dynamik und Schnelligkeit kein Goal-Getter.

Ich weiß, es sind keine Maschinen und das Leben ist kein Wunschkonzert. Was können die Spieler dafür, wenn ich mich jetzt wieder von einigen „Blauen“ verarschen lassen darf.

Naja, die hätten besser ihre B-Mannschaft, sprich Bundesliga-Truppe bringen sollen. Ja dann …

Ärgerlich sind die zwei verlorenen Punkte allemal.

Hilft alles nichts.

Jetzt drücke ich extremst beide Daumen, dass nächste Woche der Regionalliga-West Ball weiter rollen darf.

In diesem Sinne… Hoffen wir das Beste!

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey!

Die Effizienten aus Essen