Zwischenfazit

„Die Scheiße läuft immer von oben nach unten“, behauptet Rot-Weiß Oberhausens Präsident Hajo Sommers. Womit er vollkommen recht hat. Leider läuft es mit dem Corona-Virus nicht so einfach ab.

Niemand auf diesem Planeten kann vorhersagen, welche Schäden er noch anrichtet. Fakt ist: Selbst der Thron von König Fußball wackelt bedenklich. 

Sicherlich vor dem Hintergrund lebensbedrohlicher Szenarien, nur ein zweitrangiger Aspekt.

Trotzdem, er dient unzähligen Menschen als Ventil, gehört zum Leben, zur Normalität dazu.

Allgemein wird behauptet, Corona schert sich einen Dreck darum, mit wem er es zu tun bekommt. Mag sein, doch die Chancen, diese beängstigende Zeit wenigstens einigermaßen heil zu überstehen, sind unterschiedlich verteilt.

Auf den Deutschen Fußball bezogen heißt es, die finanzkräftigsten Clubs kommen (eher) durch.

Nur, gegen wen sollen sie dann noch spielen? Rette sich wer kann, hilft nicht wirklich weiter.

Zur Not werden halt Geisterspiele durchgezogen. Millionen Euronen an TV-Gelder sind der Schutzschirm für Proficlubs.

Es geht aber nicht nur ums Überleben, sondern auch um das Wie und nicht zuletzt um die Frage, welche bereits vor dem Ausbruch der-Pandemie unbeantwortet im Raum stand: Wem gehört der Profi-Fußball?

Die augenblicklich extrem schwierige Lage, gibt zwar keine eindeutige Antwort darauf, wohl aber, wem der Lieblingssport in den oberen Ligen NICHT gehört: Dem Fan.

Und damit bin ich bei Rot-Weiss Essen.

Verkehrte Welt im Essener Norden. Das Autokino zählt mehr Besucher, als das einen Steinwurf entfernte Stadion Essen. Wie auch, bis zunächst 30.April 2020 ruht der Ball.

RWE ist auf Einnahmen für Tickets, Catering und/oder Merchandising angewiesen. Es sind die Gelder der Fans, die den Verein seit 1907 am Leben halten.

Unstrittig ist, ohne Sponsoring wären Profibedingungen an der Hafenstraße 97A undenkbar. Ganz zu schweigen von einem Aufstieg. Doch überwiegend sind die Sponsoren gleichzeitig echte Rot-Weisse, unterstützen den Verein finanziell nicht ausschließlich aus werbetechnischen Gründen.

Das macht den Verein zu etwas Besonderem. Hier erlebt man hautnah, wie wichtig jeder Einzelne ist. Trotz einem Zuschauerschnitt von über 10.000 hält man derzeit wie eine große, intakte Familie zusammen.

Corona reduziert einige Dinge auf den Kern. Es geht um Fußball an sich, der Fan ist nicht nur eine willkommene Beilage. In Essen gehört er zum Hauptgericht.

Apropos Essen. Seit Jahren sorgt David Ulrich für Speis und Trank an der Hafenstraße. Ich kann nur hoffen und wünschen, dass er die lähmende Zeit auch finanziell über- und durchstehen wird.  Er ist mehr, als nur ein Dienstleister!

Not macht bekanntlich erfinderisch und an guten Ideen mangelt es derzeit keinesfalls, die unverschuldete (!!!) Notlage zu meistern.

Stichwort: Virtuelles Duell gegen Corona. Damit traf Marcus Uhlig voll den Nerv der Anhänger sowie der Sympathisanten.

Wie wär´s mit einem „Sponsor oft he Day“ für dieses fiktive Match?

Oder versuchen, die Stadionmiete zu stunden, allerdings anders, als es z.B. das Imperium Adidas vorgemacht hat.

Man könnte auch das Autokino für eine Liveübertragung von RWE-Heimspielen nutzen. Natürlich im Auto mit nicht mehr als zwei Insassen.

Sämtliche Angestellten, Spieler, Trainerstab, wirklich alle sind in Vorleistung getreten, haben auf Geld verzichtet. DANKE dafür!

Doch es gibt auch Grenzen, finanzielle Grenzen. Viele Rot-Weiss Fans spüren knochenhart am eigenen Leib, welche gravierenden Auswirkungen die Pandemie auf ihr Leben hat. Wo nix ist, kann man auch nix holen. So gerne sie dem Verein helfen würden,…. aber pack mal einem Nackedei in die Taschen

Bin mir ziemlich sicher, wenn irgendwann wieder an der Hafenstraße vor Fans gespielt werden darf, zeigt sich der Zusammenhalt erneut. Frei nach dem Motto, wenn einige nichts mehr übrighaben, dann haben vielleicht andere etwas für diese Menschen übrig. So geht Solidarität!

Abstandsregeln einzuhalten sind derzeit ungemein wichtig, Anstandsregeln nicht minder.

Am Ende wird wohlmöglich die Fußballlandschaft neu aufgeteilt. Es muss nicht unbedingt zum Nachteil von RWE ausgehen.

Denn, egal in welcher Liga, RWE ist der geilste Verein der Welt und UNKAPUTTBAR.

Verlasst Euch drauf!

Dauergast / 1 Kasten Stauder

Geschrieben von Happo

Auf einen Psyhopathen mehr oder weniger, kommt es nicht an.

Girlkott

Ene mene muh – und raus bist Du