Zwischenzeugnis – 20/21

Getextet von Hybrid-Huerthi-Klufti-Horst, Vorsitzenden der Expertenkommison der Unkaputt-Bar

Zur Winterpause diesmal nach insgesamt 20 absolvierten Spielen bietet es sich an, den Kader einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und die Rolle und Leistung der einzelnen Spieler zu bewerten, wobei dieser Versuch sicherlich subjektiv ist.

Vorab ein Wort zum Hauptverantwortlichen, dem Trainer Christian Neidhart.

Unbeirrt geht er der Mannschaft voran und setzt die von ihm vorgegebenen Ziele um.

Allgemein anerkannt, verfolgt er einen transparenten, aber auch konsequenten Führungsstil, hat frühzeitig eine Struktur und Achse innerhalb der Mannschaft geschaffen, der er sein Vertrauen schenkt. Seine Spielidee ist jederzeit zu erkennen, wobei er diese auch wenn nötig variieren kann. Die Mannschaft ist jederzeit topmotiviert und konditionell und läuferisch stets auf der Höhe. Besonders positiv ist, dass er jederzeit versucht, jeden Spieler an Bord zu behalten, auch die, die keinen Kaderplatz erhalten. Kurzum: Zusammen mit seinem Team der für mich derzeit beste vorstellbare Trainer für RWE, zumal er stets die Mannschaft und den Verein Rot-Weiss Essen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und persönliche Profilierung ihm fremd zu sein scheint.

Daneben ist natürlich noch Sportdirektor Jörn Nowak zu erwähnen, der den aktuellen Kader mit Weitsicht und jeder Menge Fußballkompetenz zusammengestellt hat, und nicht zuletzt er hat im Zusammenwirken mit M. Uhlig auch Christian Neidhart zu dieser Saison verpflichtet.

Daniel Davari: Stets ruhender Pol der Abwehr, der der Defensive Halt verleiht und den Fans ein selten gekanntes Gefühl von Sicherheit vermittelt. Gutes Aufbauspiel. Ein wichtiger Baustein des momentanen Erfolgs.

Richard Golz: Wenn er gebraucht wird, ist er zuverlässig und stellt keinen Qualitätsabfall auf der Position dar. Sollte unbedingt gehalten und weiter gefördert werden. RWE muss ihm eine Perspektive aufzeigen.

Sandro Plechaty: Die letzte Verpflichtung der Saison ist eine der besten. Technisch und läuferisch sehr stark, gehört er auf der rechten Seite stets zu den Leistungsträgern. Wie stark er spielt, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Gegner seiner Seite mehr und mehr Aufmerksamkeit widmen.

Jonas Behounek: Nach anfänglichen Spielzeiten ist er ein wenig ins Hintertreffen geraten, so dass eine Bewertung nicht möglich erscheint.

David Sauerland: Es ist zu hoffen, dass er gegen Ende der Saison nach auskurierter Kreuzbandverletzung noch mal eingreifen kann.

Daniel Heber: Spielt eine überragende Saison, ist mit seiner Schnelligkeit, Kopfball- und Zweikampfstärke eine zentrale Figur der Abwehr. Gelegentliche Wackler wie in Aachen und gegen Wegberg schmälern da nicht den Gesamteindruck, da die Mannschaft bereit ist, gemeinsam individuelle Fehler auszubügeln.

Alexander Hahn: Neben Heber in der Innenverteidigung eine Bank, wichtig im Mannschaftsgefüge und sehr wertvoll in der Spieleröffnung mit punktgenauen Diagonalpässen. Leider hat er die Torgefahr aus Homburger Zeiten etwas eingebüßt.

Felix Weber: Von RWE bereits in der laufenden Saison nachverpflichtet. An dieser Personalie zeigt sich u. a. die Qualität des Kaders. Ein gestandener Drittligaspieler als momentaner Backup der Innenverteidiger bzw. als dritter bei Umstellung auf Dreierkette. Seine Zeit wird noch kommen.

Kevin Grund: Je älter, desto wertvoller. Seit Jahren eine Konstante im RWE-Team. Es wäre ihm zu wünschen, in der Endphase seiner Karriere Dritte Liga spielen zu können.

Felix Herzenbruch: Konnte überzeugen, wenn er für Kevin Grund in die Mannschaft rotierte bzw. wie im Pokalspiel gegen Bielefeld den linken Part in der Dreierkette spielte.

Jonas Hildebrandt: Ist zuletzt wie Behounek etwas ins Hintertreffen geraten und hat wenig im Kader gestanden. Sowohl als Backup der Innenverteidiger durch Weber als durch Neuwirt auf der Sechs sind ihm derzeit einige Spieler voraus.

Dennis Grote: Der Taktgeber des Essener Spiels und Dreh- und Angelpunkt. Eine richtungweisende Entscheidung von Christian Neidhart, Grote im Gegensatz zu Titz das Vertrauen zu schenken. Dennis Grote zahlt es mit Leistung und auch Toren zurück.

Jan Neuwirt: Derzeit oft im Kader und anscheinend erster Wechselspieler für Grote. Eher ein Ballverteiler auf der Sechs als ein Linksverteidiger wie teilweise in der letzten Saison.

Marco Kehl-Gomez: Spielt in der Position neben Grote eine starke Saison. Der Capitano geht stets voran, oft auch in die Spitze und hat sich schon als Torschütze ausgezeichnet. In jeder Beziehung ein Vorbild und unverzichtbar.

Felix Backszat: Als absoluter Hoffnungsträger verpflichtet, ist er noch nicht ganz den Erwartungen gerecht geworden. Das mag auch daran liegen, dass er, weil spät verpflichtet, Teile der Vorbereitung verpasst hat und danach durch Verletzungen und Quarantäne zurückgeworfen wurde. Er wird in der Rückrunde noch wichtig werden.

Cedric Harenbrock: Wenn man bedenkt, aus welcher Verletzungshistorie er kommt, ist er für mich der Shootingstar der ersten Halbserie. In den ersten Spielen noch nicht im Kader, erlebt er seit dem Düsseldorfspiel eine beeindruckende Entwicklung und ist aus der Stammformation nicht mehr wegzudenken. Ein Spielertyp, wie Rot-Weiß ihn schon lange nicht mehr hatte.

Amara Condé: Wo Gewinner, da auch Verlierer; und leider kann der Trainer immer nur elf aufstellen. Durch die Umstellung des Spielsystems zur letzten Saison ist er evtl. etwas ins Hintertreffen geraten. Abschreiben sollte man ihn auf keinen Fall, dafür ist er ein zu guter Fußballer.

Felix Schlüsselburg: Leider aufgrund der fehlenden Spielzeit keine Beurteilung möglich. Für Nachwuchstalente wie ihn wäre eine höherklassige zweite Mannschaft sehr wertvoll.

Jan-Lucas Dorow: Hat aufgrund des sehr hochwertigen Kaders kaum Einsatzzeiten, wird aber bestimmt noch eine Rolle spielen. Sehr guter Techniker und ein Ballsteeler vor dem Herrn.

Isaiah Young: Ständiger Unruheherd für jede gegnerische Abwehr. Mit einem Stück Coolness vor dem Tor und ein paar Erfolgserlebnissen könnte er sich zu einer Stammkraft entwickeln. Potenzial vorhanden.

Joshua Endres: Ihn auf die Rolle als Chancentod zu reduzieren wird ihm nicht gerecht. Ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler, der Kilometer ohne Ende abspult. Das sollte man bei aller Kritik an ihm berücksichtigen. Wünsche ihm ein Erfolgserlebnis, dann sieht auch vieles anders aus.

Noel Futkeu: Nach dem Pokalspiel kaum mehr eingesetzt. Kann nur über Teilnahme am Mannschaftstraining langsam an den Seniorenbereich herangeführt werden, wenn die Ausbildung es zulässt. Ein Talent, das RWE binden sollte.

Marcel Platzek: Wer Platzek verlängert, bekommt Platzek. Ein ehrlicher Kaderspieler, der alles, was er hat, in die Waagschale wirft. Und das immer.

Maximilian Pronichev: Warum auch immer, seit dem Ahlenspiel sehr weit weg von der Stammelf und auch vom Kader, so dass man seine Leistungen nicht beurteilen kann. Könnte mir vorstellen, dass die Wege sich bald trennen.

Simon Engelmann: Nicht allein auf die Torquote bezogen, sondern ein in jeder Beziehung echter Gewinn für RWE. Spielt sehr mannschaftsdienlich und auch stark gegen den Ball. Interessant, welche Räume er besetzt. Nach all den Enttäuschungen der letzten Jahre endlich mal eine Torjägerverpflichtung im gestandenen Fußballeralter, die die Erwartungen voll erfüllt. Mit ihm wäre Rot-Weiß auch im letzten Jahr ganz oben gelandet.

Oguzhan Kefkir: Kann mehr, als er derzeit zeigt. Die restlichen Prozente wird der Trainer sicherlich noch aus ihm herauskitzeln. Arbeitet aber auch mehr nach hinten als im letzten Jahr.

Rot-Weisse Grüße

Euer Hürthi

Mentor

Geschrieben von Happo

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